5.299 € in Europa gegenüber 4.299 US-Dollar in den USA: Das Origin Mark II ist das einzige smarte Teleskop mit einer RASA-Optik von 152 mm bei f/2,2. Es ist mit 18,87 kg zugleich mit Abstand das schwerste Gerät am Markt, was jede mobile Nutzung ausschließt.
Kurzfazit in drei Zeilen
Eine unerlässliche Klarstellung vorweg: Diese Seite behandelt das Origin Mark II, Art.-Nr. 12100, erschienen um Oktober 2025. Es löst das ursprüngliche Origin ab, Art.-Nr. 12099, mit Sony IMX178 und 6,4 MP, 2024 zu 3.999 US-Dollar eingeführt und seither eingestellt; beide tragen denselben Handelsnamen, und die Verwechslung ist bei Händlern häufig. Das Mark II übernimmt die RASA-Optik (Rowe-Ackermann Schmidt Astrograph) mit 152 mm und 335 mm Brennweite, also f/2,2 — das schnellste Öffnungsverhältnis am Markt — und kombiniert sie mit einem rückwärtig belichteten Sony IMX678-AAQR1 Starvis 2 Farbsensor mit 8,3 MP (3856 × 2180, 2-µm-Pixel, Diagonale 8,9 mm). Dazu eine alt-azimutale StarSense-GoTo-Montierung in Einarmgabel, ein Raspberry Pi 4 Model B als Rechner, integriertes WLAN, kein Abonnement.
In der Praxis macht f/2,2 den Unterschied: Ziele sind schon nach sehr kurzer Belichtung erkennbar, und die BBC vergibt 4,5/5. Die Rechnung fällt allerdings deftig aus: 18,87 kg, ein Sensor, der den Bildkreis des RASA nicht ausnutzt, kein Mosaikmodus, ein Polhöhenkeil nur gegen Aufpreis. Wenn das Instrument transportabel sein muss, wiegt das Unistellar eVscope 2 9 kg bei 4.699 €. Wenn Feld und Auflösung im Vordergrund stehen, bietet das Vaonis Vespera Pro 2 für 2.990 € 12,5 MP, ein 50-MP-Mosaik und nur 5 kg.
Das Origin Mark II passt zu Ihnen, wenn …
- Sie das schnellste Gerät am Markt wollen: f/2,2, kein anderes smartes Teleskop erreicht das.
- Öffnung für Sie Vorrang hat: 152 mm, also 6 Zoll, weit über einer Konkurrenz, die bei rund 114 mm endet.
- Sie von einem festen Standort aus beobachten: Garten, Terrasse oder eigene Sternwarte, wo die 18,87 kg nicht stören.
- Sie sofort loslegen wollen: Im Test liegen weniger als fünf Minuten zwischen dem Öffnen des Kartons und dem ersten Bild, und die KI-Verarbeitung greift wirksam gegen Lichtverschmutzung.
- Sie Abonnements ablehnen: Die gemeinsam mit Simulation Curriculum entwickelte App ist kostenlos, alle Funktionen inklusive.
Nicht geeignet, wenn …
- Sie Ihr Instrument tragen müssen: 18,87 kg insgesamt (Tubus 4,8 kg, Montierung 7,7 kg, Stativ 6,35 kg), also etwa das Doppelte des bis dahin schwersten smarten Teleskops.
- Sie sehr große Objekte anvisieren: Der Sensor mit 8,9 mm Diagonale nutzt den Bildkreis des RASA nicht aus, und kein Mosaikmodus erlaubt es, ein Ziel wie M31 abzudecken — anders als beim Vespera Pro 2.
- Sie in Euro kaufen: 5.299 € gegenüber 4.299 US-Dollar, ein von zwei französischen Händlern bestätigter Unterschied, der gegenüber der europäischen Konkurrenz schwer wiegt.
- Sie beim Kauf vollständige Software erwarten: Es fehlen Funktionen, darunter das Pausieren und Fortsetzen einer Belichtung, und der Polhöhenkeil wird separat berechnet.
Was es in der Praxis leistet
Deep Sky
Das ist der Bereich, in dem das Origin Mark II den Vergleich erdrückt. Bei f/2,2 mit 152 mm Öffnung ist der pro Zeiteinheit gesammelte Lichtstrom konkurrenzlos: Ziele werden schon nach sehr kurzer Belichtung einwandfrei erkennbar. Die eingebaute KI-Verarbeitung arbeitet wirksam gegen Lichtverschmutzung, was die Liste der aus einer stadtnahen Zone erreichbaren Objekte erweitert. Die Grenze liegt anderswo: Mit einem Feld von 1,32° × 0,75° und ohne Mosaikmodus bleiben große ausgedehnte Objekte außer Reichweite, und die 8,9 mm Sensordiagonale lassen einen guten Teil des RASA-Bildkreises ungenutzt.
Mond und Sonne
Das Feld von 1,32° in seiner größten Ausdehnung nimmt die volle Mondscheibe mit Reserve auf. Die Brennweite von 335 mm bleibt sehr kurz: Der Abbildungsmaßstab ist gering, und Kraternahaufnahmen liegen außerhalb des Einsatzzwecks eines Weitfeld-Astrografen. Für die Sonne liegt dem Gerät kein Filterzubehör bei, und die Regel kennt keine Ausnahme: Ohne zertifizierten Sonnenfilter vor der Optik richtet man das Gerät niemals auf die Sonne.
Planeten
Enttäuschend, und das passt zur Auslegung des Instruments. Ein Astrograf mit 335 mm Brennweite bei f/2,2 ist auf Lichtstrom optimiert, nicht auf die Abtastung eines Scheibchens von wenigen Bogensekunden, und die 2-µm-Pixel gleichen eine so kurze Brennweite nicht aus: Die Tests führen das als Schwachpunkt auf. Wenn Ihr Interesse zuerst Jupiter, Saturn oder Mars gilt, leistet ein Instrument mit langer Brennweite für einen Bruchteil dieses Preises deutlich mehr.
Die 18,87 kg und die Preisdifferenz EUR/USD: für wen ist dieses Gerät gemacht?
Mit 18,87 kg, verteilt auf einen Tubus von 4,8 kg, eine Montierung von 7,7 kg und ein Stativ von 6,35 kg, wiegt das Origin Mark II etwa doppelt so viel wie der schwerste seiner Vorgänger. Das ist kein Instrument, das man mitnimmt, sondern eines, das man aufstellt: Garten, Terrasse oder Schutzbau, einmal herausgeholt und stehen gelassen. Hinzu kommt die Preisrealität: 5.299 € in Europa gegenüber 4.299 US-Dollar in den USA, ein erheblicher, realer und von zwei französischen Händlern bestätigter Unterschied. In Euro trifft es damit auf eine Konkurrenz, die deutlich besser positioniert ist als auf dem US-Markt.
Stärken
- RASA-Optik mit f/2,2, das schnellste Öffnungsverhältnis im Markt der smarten Teleskope.
- 152 mm Öffnung, weit über der direkten Konkurrenz.
- Ziele nach sehr kurzer Belichtung erkennbar, 4,5/5 bei der BBC.
- Weniger als fünf Minuten vom Karton zum ersten Bild, KI-Verarbeitung wirksam gegen Lichtverschmutzung.
- Kein Abonnement, dazu 3 USB-A-Anschlüsse und ein Ethernet-Port zur Erweiterung.
Schwächen
- 18,87 kg, etwa das Doppelte des bis dahin schwersten smarten Teleskops.
- Sensor mit 8,9 mm Diagonale, der den Bildkreis des RASA nicht ausnutzt.
- Kein Mosaikmodus, also keine Lösung für große Objekte wie M31.
- Fehlende Softwarefunktionen, darunter das Pausieren und Fortsetzen einer Belichtung; Polhöhenkeil gegen Aufpreis.
- Laufzeit mit über 6 h angegeben, bei Temperaturen nahe 0 °C aber nur rund 3 h gemessen; enttäuschender Planetenmodus.
Das Origin Mark II gegen seine direkten Konkurrenten
Origin Mark II gegen Unistellar eVscope 2
Das eVscope 2 für 4.699 € stellt 114 mm bei f/4 den 152 mm bei f/2,2 des Celestron gegenüber: Beim Lichtsammeln gewinnt das Origin klar. Das Unistellar wiegt jedoch 9 kg statt 18,87 kg und bietet ein Mikro-OLED-Okular von Nikon. Das Origin Mark II ist der bessere Astrograf, das eVscope 2 das erheblich bessere Teleskop zum Mitnehmen und Teilen.
Origin Mark II gegen Vaonis Vespera Pro 2
Das Vespera Pro 2 kostet 2.990 €, also 2.309 € weniger, wiegt 5 kg, bietet 12,5 MP gegenüber 8,3 MP und vor allem ein 50-MP-Mosaik — genau das, was dem Celestron fehlt. Das Origin behält Öffnung und f/2,2. Zu bedenken bleibt, dass zum Vespera Pro 2 bislang kein unabhängiger Test veröffentlicht wurde. Auf dem europäischen Markt macht das Vespera Pro 2 die 5.299 € des Origin Mark II für den Weitfeldeinsatz sehr schwer zu rechtfertigen.
Origin Mark II gegen Unistellar Odyssey Pro
Das Odyssey Pro für 4.199 € spielt mit seinen 85 mm nicht in derselben Kategorie, ergänzt aber ein OLED-Okular und lässt sich mühelos transportieren. Gegenüber den 18,87 kg des Celestron ist das Odyssey Pro die Wahl für alle, die anderswo als zu Hause beobachten.
Alternativen nach Budget
- Um 2.500 €: das Vaonis Vespera III für 2.490 €, mit einem Feld von 2,5° × 1,4°, wo das Origin bei 1,32° × 0,75° endet.
- Um 3.000 €: das Vaonis Vespera Pro 2 für 2.990 €, 12,5 MP, 50-MP-Mosaik und 5 kg.
- Um 4.200 €: das Unistellar Odyssey Pro für 4.199 €, mit OLED-Okular und moderatem Gewicht.
- Um 4.700 €: das Unistellar eVscope 2 für 4.699 €, 114 mm, Nikon-Okular und nur 9 kg.
Häufige Fragen
Was unterscheidet das Origin vom Origin Mark II?
Das ursprüngliche Origin trägt die Art.-Nr. 12099, arbeitet mit einem Sony IMX178 mit 6,4 MP, wurde 2024 zu 3.999 US-Dollar eingeführt und wird nicht mehr produziert. Das Mark II trägt die Art.-Nr. 12100, erschien um Oktober 2025 und nutzt einen Sony IMX678-AAQR1 Starvis 2 mit 8,3 MP. Prüfen Sie die Artikelnummer beim Händler: Die beiden lassen sich leicht verwechseln.
Verlangt das Origin Mark II ein Abonnement?
Nein. Die gemeinsam mit Simulation Curriculum entwickelte Celestron-App ist kostenlos, und alle Funktionen sind im Kaufpreis enthalten, ohne kostenpflichtigen Online-Dienst.
Wie hoch ist die reale Akkulaufzeit?
Celestron gibt mit dem LiFePO4-Akku von 97,9 Wh mehr als 6 Stunden an, ein Test bei Temperaturen nahe 0 °C ermittelte jedoch nur rund 3 Stunden. Planen Sie für kalte Nächte eine zusätzliche Stromversorgung ein.
Wie groß ist der interne Speicher?
Celestron veröffentlicht diese Angabe nicht. Das Gerät verfügt allerdings über drei USB-A-Anschlüsse und einen Ethernet-Port, was externen Speicher und eine kabelgebundene Verbindung ermöglicht.
Warum kostet es 5.299 € in Europa und 4.299 US-Dollar in den USA?
Die Differenz ist real und von zwei französischen Händlern bestätigt, und sie erklärt sich nicht allein aus dem Wechselkurs. Für europäische Käufer verschlechtert sie das Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber einem Konkurrenten wie dem Vespera Pro 2 spürbar.
| Optiktyp | RASA 6" (Schmidt-Astrograph) |
| Öffnung | 152 mm |
| Brennweite | 335 mm |
| Öffnungsverhältnis | f/2,2 |
| Sensor | Sony IMX678 (Starvis 2) |
| Auflösung | 8,3 Mpx |
| Sichtfeld | 1,32° × 0,75° |
| Montierung | Motorisierte azimutale Montierung |
| Akkulaufzeit | 6 h |
| Speicher | Nicht angegeben · 3× USB-A + Ethernet |
| Gewicht | 18,87 kg |
| Richtpreis | 5 € |
| Äquatorialmodus | Nein — Polhöhenwiege optional |
| Integrierte Filter | Nein |
| Mosaik | Nein |
| Stativ enthalten | Ja |
| Abo erforderlich | Nein — alle Funktionen inklusive |
| Konnektivität | Wi-Fi · 3× USB-A · Ethernet |
| Markteinführung | 10/2025 |
| Verfügbarkeit | Verfügbar |
| Richtpreis (US) | $4299 |