Vaonis Hestia vs ZWO Seestar S30: welches wählen?

Dieser Vergleich stellt nicht zwei Teleskope gegenüber: das Vaonis Hestia für 229 € ist ein passives Optikmodul für Smartphones, das ZWO Seestar S30 für 399 € ein motorisiertes Teleskop, das selbstständig Bilder stapelt. Keine Nachführung, keine Motorisierung, kein Sensor, kein Akku auf Seiten des Hestia: ein ausgewogenes Duell lässt sich hier nicht inszenieren. Die eigentliche Frage lautet nicht, welches besser ist, sondern was Sie tun wollen.

Das Urteil in 20 Sekunden

Nehmen Sie das Seestar S30, wenn Ihr Ziel Deep-Sky-Fotografie ist. Für 399 € zielt es, führt nach, stapelt und liefert in einer Stunde ein verwertbares Nebelbild, mit Carbonstativ, Tasche, Sonnenfilter sowie UV/IR-Cut- und Dualband-Filter Hα/OIII im Preis. Das Hestia kann nichts Vergleichbares leisten, gleich wie viel Zeit Sie investieren.

Nehmen Sie das Hestia, wenn Sie einfach und sofort den Mond ansehen wollen. Es ist ein System aus Prismen und Linsen, sechs Linsen in drei Gruppen, ohne Sensor, ohne Akku, ohne jedes elektronische Bauteil, das aus Ihrem vorhandenen Smartphone das Instrument macht. Auf diesem einen Feld ist es ausgezeichnet: 4/5 bei BBC Sky at Night wie bei Skies & Scopes. Wer die Frage breiter stellt, welches smarte Teleskop kaufen sinnvoll ist, findet die übrigen Duelle im Vergleichs-Hub.

Die Daten nebeneinander

Kriterium Vaonis Hestia ZWO Seestar S30
Richtpreis 229 € (ab 189 € im Pack Essential, 299 € im Pack Ultimate) 399 € (399 $)
Gerätetyp Passives Optikmodul für Smartphones Motorisiertes smartes Teleskop
Öffnung 30 mm 30 mm
Brennweite Nicht angegeben; feste Vergrößerung 25× 150 mm (f/5)
Sensor Der des Smartphones Sony IMX662 (Starvis 2)
Auflösung Die des Smartphones 2,1 Mpx
Bildfeld 1,8° 1,20° × 2,13°
Montierung Manuelles Stativ, azimutal Azimutal, motorisiert
Nachführung und Äquatorialmodus Nein, keine Motorisierung Ja; EQ-Modus über TH10-Kopf optional
Integrierte Filter Nein; Sonnenfilter je nach Pack UV/IR-Cut, Dualband Hα/OIII, Dark; Sonnenfilter beiliegend
Mosaik Nein Ja
Akkulaufzeit Entfällt, keine Elektronik 6 h
Speicher Der des Smartphones 64 GB (eMMC)
Gewicht 0,85 kg 1,65 kg
Stativ enthalten Je nach Pack Ja, Carbon

Was sie wirklich unterscheidet

Zwei Kategorien, nicht zwei Konkurrenten

Das gehört vor alles andere gesagt: das Hestia ist kein smartes Teleskop. Kein Sensor, kein Akku, kein elektronisches Bauteil, keine Motorisierung. Es ist eine Optik, die man vor das Objektiv eines Smartphones setzt, mit fest eingestellter Vergrößerung von 25× und einem Bildfeld von 1,8°. Das Seestar S30 dagegen bringt seinen Sensor, seine motorisierte Montierung, seinen Rechner und seine Stacking-Software mit. Ihre Deep-Sky-Leistung zu vergleichen ergibt keinen Sinn: das eine betreibt Astrofotografie, das andere unterstützte Beobachtung. Sieger in dieser Kategorie, wenn von Fähigkeiten die Rede ist: das Seestar S30, ohne Diskussion.

Der Mond, das Spielfeld des Hestia

Hier ist das Hestia wirklich gut, und das gehört anerkannt. Bei 1,8° Bildfeld findet die Mondscheibe mit ihren rund 0,5° reichlich Platz im Bild, und genau hier holt das Gerät seine besten Testnoten. Kein Koppeln, kein Einnorden, kein Abonnement: die App Gravity by Vaonis genügt, und man zeigt jemandem in dreißig Sekunden den Mond. Das Seestar S30 kann den Mond ebenfalls fotografieren, aber mit einer für diese einfache Geste deutlich schwereren Prozedur und einem schwereren Gerät. Sieger in dieser Kategorie: das Vaonis Hestia.

Motorisierung, Nachführung und Stacking

Das ist die Bruchlinie. Die Montierung des Hestia ist manuell, ohne Motorisierung und ohne Nachführung: die Erde dreht sich, Ihr Ziel wandert aus dem Feld, und Sie richten von Hand nach. Belichtungen zu akkumulieren ist unter diesen Bedingungen unmöglich, ein schwacher Nebel lässt sich also nicht herausarbeiten. Das Seestar S30 zielt, führt nach, stapelt und legt seine Filter an, während Sie warten. An Emissionsnebeln machen seine Dualband-Filter Hα/OIII einen Unterschied, an den das Hestia nicht heranreicht. Sieger in dieser Kategorie: das Seestar S30.

Realer Preis und Gewicht

Das Hestia ist mit 850 g gegen 1,65 kg halb so schwer und kostet weniger, doch der Preisabstand fällt geringer aus, als es scheint: zwischen einem Pack Ultimate zu 299 € und einem vollständigen Seestar S30 zu 399 € bleiben 100 € für einen Fähigkeitsunterschied ohne Verhältnis. Achten Sie auch auf das Stativ, bei Vaonis je nach Pack enthalten, bei ZWO durchgängig in Carbon beigelegt. Ein Abonnement verlangt keines von beiden. Gemeinsamer Vorbehalt: beide enden bei 30 mm Öffnung. Sieger in dieser Kategorie: das Seestar S30, dessen 100 € Aufpreis das bestangelegte Geld dieses Vergleichs sind.

Welches Modell für welchen Zweck

Für den Mond

Das Hestia. 1,8° Bildfeld, 25× Vergrößerung, kein Aufbau, und das Smartphone bleibt Sensor und Speicher. Urteil: Vaonis Hestia.

Für Deep Sky

Das Seestar S30, und das Hestia ist nicht einmal im Rennen. Wenn Sie Deep Sky interessiert, gehen Sie direkt zu einem motorisierten Gerät; der DwarfLab Dwarf mini für 419 $ ist ein weiterer Einstiegspunkt, allerdings ohne Stativ. Urteil: Seestar S30.

Für die Sonne

Das Seestar S30, weil sein Sonnenfilter serienmäßig beiliegt, während der des Hestia vom gewählten Pack abhängt. Urteil: Seestar S30.

Um ein Kind heranzuführen

Das Hestia, sofern Sie seine Spezialisierung akzeptieren. Es gibt nichts einzurichten, nichts zu beschädigen, und der Mond genügt für den ersten Abend. Sehen Sie auch unsere Auswahl für Kinder. Urteil: Vaonis Hestia.

Für unterwegs

Das Hestia, denkbar knapp: 850 g gegen 1,65 kg, ohne Akku und ohne zu schützende Elektronik. Urteil: Vaonis Hestia auf der Waage, Seestar S30 im Gebrauch.

Häufige Fragen

Ist das Hestia ein Teleskop?

Nicht im üblichen Sinn. Es hat weder Motorisierung noch Nachführung und ist ein passives Optikmodul, das ohne Smartphone kein Bild erzeugt.

Lassen sich mit dem Hestia Nebel fotografieren?

Nein. Dafür braucht es ein motorisiertes Gerät wie das Seestar S30, das Belichtungen über die Zeit akkumuliert.

Was kostet jedes der beiden tatsächlich?

Das Hestia beginnt bei 189 € im Pack Essential, liegt bei rund 229 € und steigt auf 299 € im Pack Ultimate, wobei das Stativ vom Pack abhängt. Das Seestar S30 kostet 399 € komplett, mit Carbonstativ, Tasche und Sonnenfilter.

Ist für eines der beiden ein Abonnement nötig?

Nein. Bei ZWO läuft allein der Äquatorialmodus über ein kostenpflichtiges Zubehör, den TH10-Kopf.

Sollte man lieber eine Klasse höher greifen?

Wenn das Budget es erlaubt, tastet das ZWO Seestar S50 mit 250 mm Brennweite kleine Objekte deutlich besser ab, bei angespannter Verfügbarkeit. Innerhalb der Baureihe ordnet der Vergleich Seestar S30 Pro gegen Seestar S30 die Alternativen ein.

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