DwarfLab Dwarf 3 vs DwarfLab Dwarf Mini: welches wählen?

Nehmen Sie den DwarfLab Dwarf 3 für 549 € (Spanne 529 bis 599 €): seine 8,3 Mpx sind den Aufpreis gegenüber den 2,1 Mpx des DwarfLab Dwarf mini für 419 $, je nach Händler rund 409 bis 495 €, wert. Der Mini rechtfertigt sich auf genau einem Feld, und dort ist er unschlagbar: 840 g, das leichteste smarte Teleskop am Markt. Gemeinsamer Vorbehalt: bei DwarfLab liegt kein Stativ bei, das reale Budget übersteigt immer den ausgewiesenen Preis.

Das Urteil in 20 Sekunden

Nehmen Sie den Dwarf 3, wenn Sie Ihre Bilder nachbearbeiten wollen. Apochromatischer Refraktor mit 35 mm und sechs Linsen, Sony IMX678 mit 8,3 Mpx, Bildfeld von 2,93° × 1,65°, drei aus der App umschaltbare Filter, 128 GB Speicher und eine in dieser Klasse einzigartige IP54-Zertifizierung. Das ist der beste Kompromiss aus Bildfeld und Auflösung in seiner Preisklasse.

Nehmen Sie den Mini, wenn das Gewicht alles bestimmt. 840 g bei 101 × 61 × 184 mm: er geht ohne Diskussion ins Handgepäck. Zwei Dinge macht er zudem besser als der große Bruder: sein EQ-Modus erlaubt Belichtungen bis 90 s ohne kostenpflichtiges Zubehör, und seine Pixel von 2,9 µm gegenüber 2 µm liefern bei gleicher Belichtung ein etwas rauschärmeres Bild. Wer die Frage breiter stellt, welches smarte Teleskop kaufen sinnvoll ist, findet die übrigen Duelle im Vergleichs-Hub.

Die Daten nebeneinander

Kriterium DwarfLab Dwarf 3 DwarfLab Dwarf mini
Richtpreis 549 € (Spanne 529 bis 599 €) 419 $ (rund 409 bis 495 €)
Öffnung 35 mm 30 mm
Brennweite 150 mm (äquiv. 737 mm) 150 mm
Öffnungsverhältnis f/4,3 f/5
Sensor Sony IMX678 (Starvis 2), Pixel 2 µm Sony IMX662 (Starvis 2), Pixel 2,9 µm
Auflösung 8,3 Mpx 2,1 Mpx
Bildfeld 2,93° × 1,65° 2,13° × 1,20°
Montierung Azimutal, motorisiert Azimutal, motorisiert
Äquatorialmodus Ja, Belichtungen bis 60 s, EQ-Stativ nicht enthalten Ja, Belichtungen bis 90 s
Integrierte Filter 3 umschaltbare Filter: VIS, Astro, Dualband Hα/OIII; Sonnenfilter beiliegend Astro, Dualband Hα/OIII, Dark; Sonnenfilter beiliegend
Mosaik Ja, Panorama 2×2 Ja
Akkulaufzeit 5,5 h angegeben, rund 4 h im Test 4 h angegeben, rund 2 h beim realen Stacking
Speicher 128 GB (eMMC) 64 GB (eMMC), rund 53 GB nutzbar
Gewicht 1,3 kg 0,84 kg
Stativ enthalten Nein Nein

Was sie wirklich unterscheidet

Optik und Lichtsammelvermögen

Der Dwarf 3 stellt einen apochromatischen Refraktor mit 35 mm und sechs Linsen auf, 150 mm Brennweite, entsprechend 737 mm am Kleinbildformat, geöffnet mit f/4,3. Der Mini übernimmt das Prinzip mit 30 mm bei f/5 und derselben Brennweite. Fünf Millimeter mehr Öffnung und das schnellere Öffnungsverhältnis verschaffen dem Dwarf 3 einen realen, aber bescheidenen Vorsprung: eine schwache Galaxie holt keiner von beiden heraus, und 150 mm Brennweite schließen Planetenaufnahmen in beiden Fällen aus. Sieger in dieser Kategorie: der Dwarf 3.

Sensor, Auflösung und Bildfeld

Hier entscheidet sich alles. Der IMX678 des Dwarf 3 liefert 8,3 Mpx auf 2,93° × 1,65°, der IMX662 des Mini nur 2,1 Mpx auf 2,13° × 1,20°. Viermal so viele Pixel auf einem deutlich weiteren Feld: zum Beschneiden oder Drucken ist der Abstand entscheidend. Der Mini hat allerdings ein ehrliches technisches Argument, seine Pixel von 2,9 µm gegen 2 µm, die bei gleicher Belichtung ein etwas rauschärmeres Bild ergeben. Das gleicht viermal weniger Auflösung nicht aus. Sieger in dieser Kategorie: der Dwarf 3.

Äquatorialmodus, Ausdauer und Speicher

Überraschung: beim EQ-Modus übernimmt der Mini die Führung. Er erlaubt Belichtungen bis 90 s ohne kostenpflichtiges Zubehör, während der Dwarf 3 bei 60 s endet und zusätzlich ein äquatoriales Stativ verlangt, dessen Polausrichtung wenig intuitiv ausfällt. Bei der Ausdauer dominiert dagegen der Dwarf 3 klar: 5,5 h angegeben und rund 4 h im Test gegen 4 h angegeben und rund 2 h beim realen Stacking des Mini, dazu 128 GB gegen 64 GB, von denen etwa 53 GB nutzbar sind. Sieger in dieser Kategorie: der Dwarf 3, denn Ausdauer wiegt schwerer als 30 s zusätzliche Belichtung.

Realer Preis und Robustheit

Die Falle ist identisch: DwarfLab liefert kein Stativ mit, weder beim Dwarf 3 noch beim Mini. Der ausgewiesene Preis ist damit nie der bezahlte Preis, und für den EQ-Modus des Dwarf 3 kommt ein zweites, äquatoriales Stativ hinzu. Ein Abonnement verlangt dagegen keiner von beiden, und der Sonnenfilter liegt auf beiden Seiten bei. Bei der Robustheit ist der Dwarf 3 nach IP54 zertifiziert, während der Mini über keinerlei Dichtigkeitszertifizierung verfügt — bemerkenswert bei einem Gerät, das ausdrücklich für draußen gedacht ist. Sieger in dieser Kategorie: der Dwarf 3.

Welches Modell für welchen Zweck

Für den Einstieg

Ehrlich gesagt keiner von beiden. Wenn Sie heute Abend fotografieren wollen, kommt das ZWO Seestar S30 vollständig ausgestattet an, ebenso wie der Rest unserer Auswahl unter 500 €. Urteil: Dwarf 3, aber sehen Sie sich zuerst anderswo um.

Für unterwegs

Der Mini, und sonst niemand. 840 g gegen 1,3 kg, und beide brauchen ohnehin ein Stativ aus dem Zubehör. Sehen Sie auch unsere Auswahl der tragbaren Modelle. Urteil: Dwarf mini.

Für große Nebel

Der Dwarf 3. 2,93° × 1,65° mit 8,3 Mpx gegen 2,13° × 1,20° mit 2,1 Mpx: weiteres Feld und viermal mehr Pixel treffen hier zusammen. Wie sich der Dwarf 3 gegen eine teurere Klasse schlägt, zeigt der Vergleich Dwarf 3 gegen Vespera II. Urteil: Dwarf 3.

Für die Beobachtung in der Stadt

Der Dwarf 3. Seine drei aus der App umschaltbaren Filter, darunter der Dualband Hα/OIII, sind an Emissionsnebeln unter aufgehelltem Himmel das wirksamere Werkzeug, und die längere Laufzeit erlaubt die nötige Integrationszeit. Urteil: Dwarf 3.

Für lange Einzelbelichtungen

Der Mini, die einzige Kategorie, in der er seinem älteren Bruder auf dem Papier klar voraus ist: 90 s Belichtung im EQ-Modus ohne kostenpflichtiges Zubehör gegen 60 s und ein zusätzlich zu kaufendes äquatoriales Stativ. Urteil: Dwarf mini.

Häufige Fragen

Ist ein Stativ im Lieferumfang?

Nein, weder beim Dwarf 3 noch beim Dwarf mini. Das ist die Konstante bei DwarfLab: das reale Budget übersteigt immer den ausgewiesenen Preis, und für den EQ-Modus des Dwarf 3 braucht es ein zweites, äquatoriales Stativ.

Ist der Dwarf mini der Nachfolger des Dwarf II?

Nein, das sind zwei verschiedene Modelle. Der Mini ist ein neues Gerät, seit November 2025 vorbestellbar mit angekündigten Auslieferungen um März 2026, und nicht mit dem Dwarf II von 2023 zu verwechseln.

Welcher der beiden liefert die besseren Bilder?

Der Dwarf 3, mit 8,3 Mpx gegen 2,1 Mpx und dem weiteren Bildfeld. Der Mini begrenzt das Rauschen dank seiner Pixel von 2,9 µm, der Auflösungsabstand bleibt aber deutlich zugunsten des Dwarf 3.

Ist ein Abonnement nötig?

Nein. DwarfLab schließt sämtliche Funktionen der App bei beiden Geräten in den Kaufpreis ein, und der Sonnenfilter liegt in beiden Fällen bei.

Sind Planetenaufnahmen mit einem der beiden möglich?

Nein. Mit 150 mm Brennweite belegen Jupiter oder Saturn nur wenige Pixel. Die übrigen Duelle finden Sie im Vergleichs-Hub.

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