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Unistellar eQuinox 2 vs Unistellar eVscope 2: welches wählen?

eVscope 2 gegen eQuinox 2: Beide Unistellar-Modelle teilen sich denselben 114-mm-Newton mit 450 mm Brennweite, dieselbe Montierung, dasselbe Bildfeld und dasselbe Gewicht. Der Unistellar eVscope 2 kostet 4.699 €, der Unistellar eQuinox 2 2.599 €. Die 2.100 € Aufpreis kaufen im Wesentlichen genau zwei Dinge: das Mikro-OLED-Okular von Nikon und 1,5 Mpx mehr Auflösung.

Das Urteil in 20 Sekunden

Nehmen Sie den eQuinox 2, wenn Sie fotografieren und die Ergebnisse auf Tablet oder Rechner ansehen. Sie erhalten dieselbe Optik, dieselbe Lichtsammelleistung und sogar zwei Stunden mehr Laufzeit — 11 h gegen 9 h — für 2.100 € weniger. Für die meisten Interessenten ist das die vernünftige Wahl.

Nehmen Sie den eVscope 2, wenn Sie mit dem Auge durch ein Okular schauen wollen. Dieses Erlebnis lässt sich durch keinen Bildschirm ersetzen, und wer regelmäßig Gäste, Vereinsmitglieder oder Schulklassen an das Gerät lässt, wird den Aufpreis anders bewerten als ein reiner Astrofotograf.

Die Daten nebeneinander

Kriterium Unistellar eQuinox 2 Unistellar eVscope 2
Richtpreis 2.599 € 4.699 €
Öffnung 114 mm 114 mm
Brennweite 450 mm 450 mm
Öffnungsverhältnis f/4 f/4
Sensor Sony IMX347 Sony IMX347
Auflösung 6,2 Mpx 7,7 Mpx
Bildfeld 0,57° × 0,76° 0,57° × 0,76°
Okular Nein, nur Bildschirm Ja, Mikro-OLED von Nikon
Montierung Motorisierte Alt-Azimutal-Montierung Motorisierte Alt-Azimutal-Montierung
Äquatorialmodus Nein, azimutal Nein, azimutal
Integrierte Filter Nein, Software-Verarbeitung Deep Dark Nein, Software-Verarbeitung Deep Dark
Mosaik Nein Nein
Laufzeit 11 h 9 h
Speicher 64 GB (eMMC) 64 GB (eMMC)
Gewicht 7 kg 7 kg

Was sie wirklich trennt

Eine vollkommen identische Optik

Derselbe 114-mm-Newton mit f/4, dieselbe Brennweite von 450 mm, dieselbe GoTo-Montierung, dasselbe Bildfeld von 0,57° × 0,76°, dasselbe Gewicht von 7 kg: In allem, was die Lichtsammelleistung bestimmt, sind die beiden Geräte nicht zu unterscheiden. Was der eine an einer schwachen Galaxie zeigt, zeigt der andere ebenso. Auch die Deep-Dark-Verarbeitung gegen Lichtverschmutzung ist dieselbe Software auf beiden Seiten, physische Filter besitzt keines der beiden. Wer also glaubt, mit dem teureren Modell tiefer in den Himmel zu blicken, irrt. Da die Optik gleich ist und der Preis nicht, geht diese Rubrik an das günstigere Gerät. Sieger: eQuinox 2.

Der Sensor: 7,7 gegen 6,2 Mpx

Beide arbeiten mit demselben Sony IMX347, doch der eVscope 2 liest ihn mit 7,7 Mpx aus, der eQuinox 2 mit 6,2 Mpx. Das sind rund 24 Prozent mehr Pixel — messbar, aber weit entfernt von einem Generationssprung. In der Praxis merkt man den Unterschied beim Zuschneiden von Ausschnitten und beim Druck größerer Formate. Auf einem Bildschirm betrachtet, bei identischem Bildfeld und identischem Signal, werden die wenigsten Beobachter die beiden Aufnahmen nebeneinander sicher auseinanderhalten. Der Vorsprung besteht, er ist nur klein. Sieger: eVscope 2.

Das Mikro-OLED-Okular: wofür die 2.100 € stehen

Hier liegt der eigentliche Unterschied. Der eVscope 2 trägt ein gemeinsam mit Nikon entwickeltes Mikro-OLED-Okular; man legt das Auge an und sieht das verstärkte Livebild direkt, ohne Tablet. Der eQuinox 2 hat keines und wird ausschließlich über den Bildschirm bedient. Technisch betrachtet ist das Okular ein kleiner Bildschirm vor dem Auge und liefert kein zusätzliches Signal. Wahrnehmungspsychologisch ist der Unterschied jedoch erheblich: Die Beobachtung wirkt unmittelbarer, und bei Vorführungen ist die Reaktion von Gästen am Okular regelmäßig eine ganz andere als vor einem herumgereichten Tablet. Ob Ihnen das 2.100 € wert ist, hängt allein davon ab, wie oft Sie in dieser Situation sind. Sieger: eVscope 2.

Laufzeit, Fokussierung und Dateien

Der eQuinox 2 hält 11 h durch, der eVscope 2 nur 9 h — das Okular kostet Energie. Für Winternächte oder mehrere Sessions ohne Nachladen ist das ein realer Vorteil des günstigeren Modells. Bei der Scharfstellung gibt es keinen Unterschied und auch keinen Trost: Keines der beiden Geräte besitzt einen Autofokus, beide werden manuell über eine Bahtinov-Maske fokussiert und müssen bei Temperaturwechseln nachgeführt werden. Der Dateizugriff ist ebenfalls identisch, mit Export als RAW und FITS über die App und 64 GB internem Speicher auf beiden Seiten. Zwei Stunden mehr Laufzeit für 2.100 € weniger entscheiden diese Rubrik eindeutig. Sieger: eQuinox 2.

Welches Gerät für welchen Einsatz

Für den Einstieg

Wer beginnt, sollte kein Geld für ein Ausstattungsmerkmal ausgeben, dessen Wert sich erst nach einigen Nächten beurteilen lässt. Bei identischer Optik ist die günstigere Variante der vernünftige Startpunkt; weitere Kandidaten führt unser Ratgeber für Einsteiger auf. Sieger: eQuinox 2.

Für die Deep-Sky-Astrofotografie

Wenn das Ergebnis ohnehin als Datei entsteht und am Rechner weiterverarbeitet wird, ist ein Okular verlorenes Budget. Die 1,5 Mpx Mehrauflösung des teureren Modells rechtfertigen den Aufpreis nicht annähernd. Siehe auch unsere Deep-Sky-Auswahl und Astrofotografie-Auswahl. Sieger: eQuinox 2.

Für Vereinsabende und Vorführungen

Hier kehrt sich alles um. Ein Okular, durch das nacheinander zwanzig Menschen schauen, erzeugt eine Wirkung, die ein Tablet nicht erreicht. Für Volkssternwarten, Vereine und Schulen ist das der Anwendungsfall, der den Aufpreis trägt. Sieger: eVscope 2.

Für ganze Nächte

11 h gegen 9 h: Wer bis zur Dämmerung beobachtet oder an mehreren Abenden hintereinander ohne Steckdose arbeitet, profitiert unmittelbar von der längeren Laufzeit. Sieger: eQuinox 2.

Für die Beobachtung mit dem Auge unter 4.699 €

Wer ein Okular will, aber nicht diesen Preis zahlen möchte, sollte den Unistellar Odyssey Pro prüfen: dasselbe Mikro-OLED-Okular für 4.199 €, allerdings mit nur 85 mm Öffnung. Die Abwägung behandeln wir in eVscope 2 gegen Odyssey Pro. Unter den beiden hier gibt es nur eine Option mit Okular. Sieger: eVscope 2.

Häufige Fragen

Ist die Optik wirklich identisch?

Ja. Öffnung, Brennweite, Öffnungsverhältnis, Montierung, Bildfeld und Gewicht stimmen exakt überein, und beide nutzen denselben Sony IMX347. Der Unterschied liegt in der Auslesung mit 7,7 gegen 6,2 Mpx sowie im Okular — nicht in der Lichtsammelleistung.

Beträgt die Laufzeit des eVscope 2 nun 9 oder 12 Stunden?

9 Stunden. Die gelegentlich zitierten 12 Stunden stammen aus älteren Angaben. Der eQuinox 2 erreicht 11 h und liegt damit als einziges der beiden Modelle über der Zehn-Stunden-Marke.

Kann man beim eQuinox 2 durch ein Okular schauen?

Nein. Der eQuinox 2 wird ausschließlich über Smartphone oder Tablet bedient und besitzt keinen optischen Einblick. Nachrüsten lässt sich das nicht — wer ein Okular will, muss zum eVscope 2 oder zu einem der Odyssey-Pro-Modelle greifen.

Hat eines der beiden einen Autofokus?

Nein, weder das eine noch das andere. Beide werden von Hand scharfgestellt, üblicherweise mit einer Bahtinov-Maske, und benötigen bei fallenden Temperaturen eine Korrektur im Lauf der Nacht.

Ist ein Abonnement erforderlich?

Nein. Die Unistellar-App mit Katalog, Bildverarbeitung und Citizen-Science-Programmen ist bei beiden im Kaufpreis enthalten. Weitere Paarungen der Reihe finden Sie in Odyssey gegen Odyssey Pro sowie im Vergleichs-Hub.

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Unabhängiger Vergleich. Reihenfolge nach Richtpreis, aufsteigend; die Vergütung hat darauf keinen Einfluss. Methodik und Transparenz