Vaonis Vespera II vs Vaonis Vespera III: welches wählen?

Bleiben Sie beim Vaonis Vespera II für 1.590 €: das Vaonis Vespera III für 2.490 € übernimmt dieselbe Öffnung von 50 mm, dieselbe Brennweite bis auf 5 mm, denselben Sony IMX585 und dieselben 8,3 Mpx. Die 900 € Aufpreis kaufen Ausdauer und Komfort, keine besseren Bilder. Unverzichtbarer Hinweis: zum Vespera III liegt bis heute kein unabhängiger Test vor, alles Folgende stützt sich auf Herstellerangaben.

Das Urteil in 20 Sekunden

Nehmen Sie das Vespera II, wenn Sie zwei bis drei Stunden pro Nacht fotografieren und dann einpacken. Für 1.590 € liefert es bereits 8,3 Mpx in 3840 × 2160 und bis zu 24 Mpx im CovalENS-Mosaik, bei einer Aufstellzeit von drei bis fünf Minuten. Seine 4 h Akkulaufzeit und die 25 GB decken einen klassischen Abend mit Reserve ab.

Nehmen Sie das Vespera III, wenn Sie ganze Nächte aneinanderreihen. 11 h Laufzeit statt 4, 115 GB statt 25, 15 Mehrnachtslots, GPS, USB-C-Transfer mit rund 30 MB/s, ein hohes Aluminiumstativ mit Libelle und 5 Jahre Garantie: das sind gewonnene Schlafstunden, keine zusätzlichen Photonen. Wer die Frage grundsätzlicher stellt, welches smarte Teleskop kaufen sinnvoll ist, findet im Vergleichs-Hub die übrigen Duelle.

Die Daten nebeneinander

Kriterium Vaonis Vespera II Vaonis Vespera III
Richtpreis 1.590 € 2.490 €
Öffnung 50 mm 50 mm
Brennweite 250 mm 245 mm
Öffnungsverhältnis f/5 f/4,9
Sensor Sony IMX585 Sony IMX585
Auflösung 8,3 Mpx 8,3 Mpx
Bildfeld 2,5° × 1,4° 2,5° × 1,4°
Bildfeld im Mosaik 4,33° × 2,43° (CovalENS, 24 Mpx) 4,33° × 2,43° (CovalENS, 24 Mpx)
Montierung Azimutal, motorisiert Azimutal, motorisiert
Äquatorialmodus Nein, azimutal Nein, azimutal
Integrierte Filter Nein: Sonne, Dualband und CLS optional Nein: Sonne, Dualband und CLS optional
Akkulaufzeit 4 h 11 h
Speicher 25 GB (eMMC) 115 GB (eMMC)
Gewicht 5 kg 5 kg
Stativ enthalten Ja Ja, hohes Aluminiumstativ mit Libelle

Was sie wirklich unterscheidet

Optik und Lichtsammelvermögen

Schreiben wir es ohne Umschweife: hier gibt es keinen Abstand. Beide Geräte arbeiten mit einem apochromatischen Objektiv von 50 mm mit ebnendem Bildfeld, das eine mit 250 mm Brennweite bei f/5, das andere mit 245 mm bei f/4,9. Fünf Millimeter Brennweite und ein Hundertstel im Öffnungsverhältnis erzeugen an einem gestapelten Bild keinen sichtbaren Unterschied. Gleiche Sammelfläche, gleiche Grenzen: schwache Galaxien bleiben für beide außer Reichweite, und Planetenaufnahmen entziehen sich beiden. Sieger in dieser Kategorie: niemand, der Gleichstand ist vollständig.

Sensor, Auflösung und Bildfeld

Dasselbe Urteil, und es ist der Kern der Sache. Das Vespera III übernimmt den Sony IMX585 in Farbe im Format 1/1,2″ aus dem Vespera II, Pixel von 2,9 µm, 8,3 Mpx in 3840 × 2160, 2,5° × 1,4° Bildfeld und bis zu 24 Mpx auf 4,33° × 2,43° über das CovalENS-Mosaik. Nichts bewegt sich. Wer vom Vespera III einen Sprung in der Bildqualität erwartet hat, findet ihn im Datenblatt nicht, und da kein unabhängiger Test vorliegt, lässt sich das derzeit weder widerlegen noch bestätigen. Sieger in dieser Kategorie: niemand.

Ausdauer, Speicher und Mehrnachtsessions

Hier endlich ein realer Abstand, und er ist erheblich. Das Vespera II liegt bei rund 4 h aus seinem 7.000-mAh-Akku und 25 GB Speicher, was für einen Abend reicht, aber häufiges Ausleeren erzwingt. Das Vespera III nennt 11 h und 115 GB, dazu 15 Mehrnachtslots, mit denen sich eine am Vorabend begonnene Integration fortsetzen lässt, ein GPS und einen USB-C-Transfer mit rund 30 MB/s. An einem schwachen Ziel, das mehrere kumulierte Nächte verlangt, hält von beiden nur eines mit. Sieger in dieser Kategorie, ohne Diskussion: das Vespera III.

Die realen Filterkosten

Die Falle ist auf beiden Seiten dieselbe, und sie ist hart: bei Vaonis ist kein Filter integriert. Der Sonnenfilter kostet 179 €, der CLS gegen Lichtverschmutzung 229 €, der Dualband 399 € — beim Vespera II wie beim Vespera III. Ein sinnvoll ausgestattetes Vespera II übersteigt damit 2.000 €, ein Vespera III nähert sich 3.000 €. Wo der DwarfLab Dwarf 3 drei umschaltbare Filter ab Werk mitbringt, stellt Vaonis jedes Durchlassband einzeln in Rechnung. Sieger in dieser Kategorie: das Vespera II, dessen Grundpreis den Aufschlag besser verkraftet.

Welches Modell für welchen Zweck

Für den Einstieg

Das Vespera II. Drei bis fünf Minuten Aufstellzeit, keinerlei Vorkenntnisse nötig, eine App, die alles übernimmt, und 900 € gespart, die genau die Filter finanzieren, die Sie ohnehin brauchen werden. Urteil: Vespera II.

Für ganze Nächte und Mehrnachtprojekte

Das Vespera III, und nur dieses. 11 h gegen 4 h, 115 GB gegen 25 GB und 15 Slots, um eine Integration über mehrere Nächte zu verlängern: das Vespera II wäre lange vorher leer. Urteil: Vespera III.

Für große Nebel

Strikter Gleichstand: dasselbe Bildfeld von 2,5° × 1,4°, dasselbe CovalENS-Mosaik mit 4,33° × 2,43° und 24 Mpx. Wer mehr Feld will, muss die Klasse wechseln — der Vergleich Vespera III gegen Odyssey zeigt, wo die Grenze verläuft. Urteil: Vespera II, mangels Unterschied.

Für die Beobachtung in der Stadt

Erneut Gleichstand, denn die Antwort führt in beiden Fällen über den Dualband-Filter für 399 €, der zusätzlich gekauft werden muss. Sehen Sie dazu auch unsere Auswahl für die Stadt. Urteil: Vespera III, denkbar knapp.

Für unterwegs

Beide wiegen 5 kg, was sie schon an die Grenze des Bequemen bringt. Wenn Sie ohnehin 5 kg tragen, nehmen Sie das Gerät, das die Nacht durchhält und nicht nach vier Stunden nach der Steckdose verlangt. Urteil: Vespera III.

Häufige Fragen

Liefert das Vespera III bessere Bilder als das Vespera II?

Nichts im Datenblatt legt das nahe: gleiche Öffnung, gleicher Sensor, gleiche Auflösung, gleiches Bildfeld. Da zum Vespera III noch kein unabhängiger Test veröffentlicht wurde, lässt sich mehr nicht behaupten.

Sind die Filter im Lieferumfang?

Nein, bei keinem von beiden. Der Sonnenfilter kostet 179 €, der CLS gegen Lichtverschmutzung 229 € und der Dualband 399 €. Rechnen Sie diese Beträge zum ausgewiesenen Preis hinzu, sonst folgt die unangenehme Überraschung genau dann, wenn Sie einen Emissionsnebel aufnehmen wollen.

Gibt es einen Äquatorialmodus?

Nein. Wenn Ihnen der Äquatorialmodus wichtig ist, müssen Sie sich anderswo umsehen, etwa bei ZWO — dort läuft er allerdings über den separat verkauften TH10-Kopf.

Ist ein Abonnement nötig?

Nein. Das Vespera III ergänzt zusätzlich eine Garantie von 5 Jahren.

Sollte man lieber auf das Vespera Pro 2 warten?

Das Vaonis Vespera Pro 2 für 2.990 € steigt bei gleicher Öffnung von 50 mm auf 12,5 Mpx, wurde aber ebenfalls in keinem veröffentlichten unabhängigen Test geprüft. Ordnen Sie es über den Vergleich Vespera Pro 2 gegen Odyssey Pro ein, bevor Sie die Mehrausgabe beschließen.

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