Vaonis Vespera III vs Unistellar Odyssey: welches wählen?

Zwischen dem Vaonis Vespera III für 2.490 € und dem Unistellar Odyssey für 2.399 € liegen 91 €, aber zwei entgegengesetzte Berufe: großes Bildfeld und 8,3 Mpx auf der einen Seite, 85 mm Öffnung und enges Feld auf der anderen. Entscheiden Sie nach dem Ziel, niemals nach dem Preis: das Vespera III rahmt große Nebel, das Odyssey gräbt sich in kleine Objekte. Zu beachten: zum Vespera III wurde bislang kein unabhängiger Test veröffentlicht.

Das Urteil in 20 Sekunden

Nehmen Sie das Vespera III, wenn Sie große Objekte fotografieren und verwertbare Dateien wollen. 2,5° × 1,4° natives Bildfeld, 4,33° × 2,43° und 24 Mpx im CovalENS-Mosaik, 8,3 Mpx pro Bild, 11 h Laufzeit und 115 GB: das ist das Gerät für lange Nächte und weite Bildausschnitte.

Nehmen Sie das Odyssey, wenn Ihre Ziele klein sind. Seine 85 mm Öffnung bei f/3,9 sammeln deutlich mehr Licht als die 50 mm des Vespera III, und seine 320 mm Brennweite auf 0,56° × 0,75° bündeln die Auflösung auf planetarische Nebel, Kugelsternhaufen und kompakte Galaxien. Dazu kommen 6,5 kg im Ganzen und kein einziger nachzukaufender Filter. Wer die Frage grundsätzlicher stellt, welches smarte Teleskop kaufen sinnvoll ist, findet die übrigen Duelle im Vergleichs-Hub.

Die Daten nebeneinander

Kriterium Vaonis Vespera III Unistellar Odyssey
Richtpreis 2.490 € 2.399 € (2.599 $)
Öffnung 50 mm 85 mm
Brennweite 245 mm 320 mm
Öffnungsverhältnis f/4,9 f/3,9
Sensor Sony IMX585 Sony IMX415 (von Unistellar nicht bestätigt)
Auflösung 8,3 Mpx 3,4 Mpx
Bildfeld 2,5° × 1,4° 0,56° × 0,75°
Bildfeld im Mosaik 4,33° × 2,43° (CovalENS, 24 Mpx) Nein, kein Mosaikmodus
Montierung Azimutal, motorisiert Azimutal, motorisiert
Äquatorialmodus Nein, azimutal Nein, azimutal
Integrierte Filter Nein: Sonne, Dualband und CLS optional Nein, Softwareverarbeitung Deep Dark
Akkulaufzeit 11 h 5 h
Speicher 115 GB (eMMC) 64 GB (eMMC)
Gewicht 5 kg 4 kg (6,5 kg mit Stativ)
Stativ enthalten Ja, hohes Aluminiumstativ mit Libelle Ja

Was sie wirklich unterscheidet

Optik und Lichtsammelvermögen

Das Vespera III ist ein Refraktor, ein Quadruplet mit 50 mm und ebnendem Bildfeld, 245 mm Brennweite bei f/4,9. Das Odyssey setzt dagegen einen Spiegel mit 85 mm und 320 mm Brennweite bei f/3,9. Fünfunddreißig Millimeter mehr Öffnung bedeuten annähernd die dreifache Sammelfläche: an einem schwachen Ziel steigt das Odyssey bei gleicher Integrationszeit schneller im Signal. Das etwas schnellere Öffnungsverhältnis spricht ebenfalls für es. Sieger in dieser Kategorie, deutlich: das Unistellar Odyssey.

Sensor, Auflösung und Bildfeld

Das Verhältnis kehrt sich vollständig um. Das Vespera III arbeitet mit einem Sony IMX585 in Farbe, 8,3 Mpx in 3840 × 2160 auf 2,5° × 1,4°, und schiebt über das CovalENS-Mosaik bis auf 24 Mpx über 4,33° × 2,43°. Das Odyssey begnügt sich mit 3,4 Mpx auf einem durch die Optik festgelegten Bildfeld von 0,56° × 0,75°, ohne Mosaikmodus und mit einem als IMX415 genannten Sensor, den der Hersteller nie bestätigt hat. Zum Beschneiden, Drucken oder weiten Rahmen gibt es keine Diskussion. Sieger in dieser Kategorie: das Vespera III.

Ausdauer, Speicher und Sessions

Elf Stunden gegen fünf, 115 GB gegen 64, dazu 15 Mehrnachtslots, ein GPS und ein USB-C-Transfer mit rund 30 MB/s auf Seiten von Vaonis. Das Odyssey hält einen Abend durch, das Vespera III eine ganze Winternacht und erlaubt es, mehrere Nächte auf dasselbe Ziel zu addieren — was genau dort zählt, wo seinen 50 mm die Sammelfläche fehlt. Das ist seine Antwort auf den Öffnungsunterschied. Sieger in dieser Kategorie: das Vespera III.

Realer Preis und Vorbehalte

Die ausgewiesenen Preise sind fast identisch, die Rechnungen sind es nicht. Das Vespera III integriert keinen einzigen Filter: Sonne 179 €, CLS gegen Lichtverschmutzung 229 €, Dualband 399 € — ein sinnvoll ausgestattetes Vespera III nähert sich damit 3.000 €. Das Odyssey behandelt Lichtverschmutzung ohne Aufpreis in Software über Deep Dark, seine App gilt allerdings als launisch und das Gerät als sehr empfindlich gegenüber Vibrationen im Enhanced-Vision-Modus. Hinzu kommt, dass zum Vespera III bis heute kein unabhängiger Test veröffentlicht wurde. Sieger in dieser Kategorie: das Odyssey.

Welches Modell für welchen Zweck

Für den Einstieg

Das Vespera III, trotz seines Preises. Ein Einsteiger fotografiert zuerst helle, große Objekte, und genau dort liefert das weite Bildfeld sofort ein vorzeigbares Ergebnis, während das enge Feld des Odyssey erst nach Zielauswahl belohnt. Urteil: Vespera III.

Für große Nebel

Das Vespera III, und der Abstand ist brutal. 2,5° × 1,4° nativ, bis 4,33° × 2,43° im Mosaik gegen 0,56° × 0,75° ohne jede Mosaikfunktion: das Odyssey sieht von einem großen Nebel nur einen Ausschnitt. Wie sich das Vespera III gegen seinen Vorgänger schlägt, klärt der Vergleich Vespera II gegen Vespera III. Urteil: Vespera III.

Für kleine Objekte und Galaxien

Das Odyssey. 85 mm Öffnung und 320 mm Brennweite auf engem Feld tasten eine kompakte Galaxie oder einen planetarischen Nebel deutlich feiner ab, als 50 mm auf 2,5° Bildfeld es je könnten. Urteil: Odyssey.

Für die Beobachtung in der Stadt

Das Odyssey, sofern Sie sein Bildfeld akzeptieren. Deep Dark bearbeitet die Lichtverschmutzung ohne Zusatzkosten, während das Vespera III für ein vergleichbares Ergebnis an Emissionsnebeln einen Dualband-Filter für 399 € verlangt. Sehen Sie dazu auch unsere Auswahl für die Stadt. Urteil: Odyssey.

Für unterwegs

Das Odyssey, knapp: 6,5 kg samt Tubus und Stativ, ein Paket, das sich mit einer Hand tragen lässt, gegen 5 kg allein für das Vespera III, zu denen ein sperrigeres hohes Aluminiumstativ hinzukommt. Ist das Gewicht Ihr erstes Kriterium, passt keines von beiden wirklich, dann müssen Sie eine Klasse tiefer gehen, etwa zum ZWO Seestar S30 mit 1,65 kg. Urteil: Odyssey.

Häufige Fragen

Welches der beiden liefert die besseren Bilder?

Das hängt vollständig vom Ziel ab. Am großen Nebel gewinnt das Vespera III mit 8,3 Mpx über 2,5° × 1,4°, an der kompakten Galaxie das Odyssey mit 85 mm Öffnung und 320 mm Brennweite. Keines von beiden ist absolut besser.

Wurde das Vespera III unabhängig getestet?

Nein, bis heute wurde kein unabhängiger Test veröffentlicht. Alles, was über das Gerät bekannt ist, stammt aus den Herstellerangaben, was bei den realen Leistungen zur Vorsicht rät.

Müssen zusätzlich Filter gekauft werden?

Beim Vespera III ja: Sonne 179 €, CLS 229 €, Dualband 399 €. Beim Odyssey nein, allerdings nur deshalb, weil überhaupt keine Filter vorgesehen sind und die Behandlung über die Software Deep Dark läuft.

Bietet eines der beiden einen Äquatorialmodus?

Weder noch: beide sind strikt azimutal. Bei Vaonis wie bei Unistellar existiert für diese Modelle keine äquatoriale Option.

Sind Planetenaufnahmen möglich?

Nein, in beiden Fällen nicht. Sehen Sie sich stattdessen unsere Auswahl für Planeten an oder den Vergleich Odyssey gegen Odyssey Pro, wenn Sie bei Unistellar bleiben wollen.

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