Nehmen Sie das Celestron Origin Mark II für 5.299 €, wenn Sie von zu Hause aus beobachten: 152 mm bei f/2,2 und 8,3 Mpx überfahren die 85 mm und 4,1 Mpx des Unistellar Odyssey Pro für 4.199 €. Doch das Origin wiegt 18,87 kg gegen 6,5 kg samt Stativ, und das Odyssey Pro bleibt das einzige der beiden mit einem echten Okular. Zwei teure Geräte, zwei Einsatzprofile, die sich kaum überschneiden.
Das Urteil in 20 Sekunden
Nehmen Sie das Origin Mark II, wenn Sie einen Garten, eine Terrasse oder einen festen Standort haben. Seine RASA-Optik mit 152 mm bei f/2,2 ist das schnellste Öffnungsverhältnis am Markt, sein Sony IMX678 Starvis 2 liefert 8,3 Mpx auf 1,32° × 0,75°, und im Test lagen weniger als fünf Minuten zwischen dem Öffnen des Kartons und dem ersten Bild. Kein Abonnement, kostenlose App.
Nehmen Sie das Odyssey Pro, wenn Sie Ihr Teleskop transportieren und durch ein Okular schauen wollen. Seine 6,5 kg im Ganzen trägt man mit einer Hand, und sein gemeinsam mit Nikon entwickeltes Micro-OLED ist in dieser Klasse einzigartig. Sie zahlen 1.100 € weniger, gehen dafür aber auf 85 mm Öffnung und 4,1 Mpx auf einem dreimal engeren Bildfeld zurück. Wer die Frage breiter stellt, welches smarte Teleskop kaufen sinnvoll ist, findet die übrigen Duelle im Vergleichs-Hub.
Die Daten nebeneinander
| Kriterium | Celestron Origin Mark II | Unistellar Odyssey Pro |
|---|---|---|
| Richtpreis | 5.299 € (4.299 $) | 4.199 € (4.599 $) |
| Öffnung | 152 mm | 85 mm |
| Brennweite | 335 mm | 320 mm |
| Öffnungsverhältnis | f/2,2 | f/3,9 |
| Sensor | Sony IMX678 (Starvis 2) | Sony IMX415 (von Unistellar nicht bestätigt) |
| Auflösung | 8,3 Mpx | 4,1 Mpx in der Ausgabe |
| Bildfeld | 1,32° × 0,75° | 0,56° × 0,75° |
| Okular | Nein, nur Bildschirm | Ja, Micro-OLED von Nikon |
| Montierung | Azimutal, motorisiert | Azimutal, motorisiert |
| Äquatorialmodus | Nein, äquatorialer Wedge optional | Nein, azimutal |
| Integrierte Filter | Nein | Nein, Softwareverarbeitung Deep Dark |
| Mosaik | Nein | Nein |
| Akkulaufzeit | 6 h angegeben, rund 3 h nahe 0 °C | 5 h |
| Speicher | Nicht angegeben; 3× USB-A + Ethernet | 64 GB (eMMC) |
| Gewicht | 18,87 kg | 4 kg (6,5 kg mit Stativ) |
Was sie wirklich unterscheidet
Optik und Lichtsammelvermögen
Hier gibt es kein Duell. Das Origin Mark II trägt eine RASA-Optik, Rowe-Ackermann Schmidt Astrograph, mit 152 mm und 335 mm Brennweite, also f/2,2: kein anderes smartes Teleskop erreicht dieses Verhältnis. Das Odyssey Pro hält 85 mm bei f/3,9 dagegen, bei nahezu identischer Brennweite. An Sammelfläche nimmt das Origin mehr als das Dreifache an Licht auf, und sein schnelleres Öffnungsverhältnis verkürzt die Integrationszeiten zusätzlich. Sieger in dieser Kategorie, ohne Berufung: das Celestron Origin Mark II.
Sensor, Auflösung und Bildfeld
Gleiche Richtung, gleicher Schluss. Das Origin Mark II arbeitet mit einem rückseitig belichteten Sony IMX678-AAQR1 Starvis 2, 8,3 Mpx in 3856 × 2180, Pixel von 2 µm, auf 1,32° × 0,75°. Das Odyssey Pro bleibt bei rund 4,1 Mpx in der Ausgabe auf 0,56° × 0,75°, mit einem als IMX415 genannten Sensor, den der Hersteller nie bestätigt hat. Ein Kritikpunkt trifft allerdings das Origin: sein Sensor schöpft den Bildkreis der RASA-Optik nicht aus. Einen Mosaikmodus gibt es hier wie dort nicht. Sieger in dieser Kategorie: das Celestron Origin Mark II.
Transport, Aufbau und Ausdauer
Das Kräfteverhältnis dreht sich vollständig. Das Origin Mark II wiegt 18,87 kg und ist damit das mit Abstand schwerste Gerät am Markt, was jede mobile Nutzung ausschließt: man stellt es einmal auf und bewegt es nicht mehr. Das Odyssey Pro kommt samt Tubus und Stativ auf 6,5 kg und lässt sich mit einer Hand tragen. Bei der Laufzeit nennt Celestron über 6 h, fällt nahe 0 °C aber auf etwa 3 h, während das Odyssey Pro seine 5 h hält. Sieger in dieser Kategorie: das Unistellar Odyssey Pro.
Realer Preis und Vorbehalte
Zwei Fallen sind zu kennen. Bei Celestron ist der geografische Preisunterschied hart: 5.299 € in Europa gegen 4.299 $ in den USA. Und Sie müssen die Artikelnummer prüfen, denn das Mark II trägt die Nummer 12100, während das ursprüngliche Origin mit der Art.-Nr. 12099, Sensor IMX178 mit 6,4 Mpx, 2024 zu 3.999 $ eingeführt und inzwischen eingestellt, denselben Handelsnamen führt; im Handel wird das häufig verwechselt. Bei Unistellar erklären sich die 4.199 € vor allem durch das Okular: das Odyssey ohne Okular kostet bei identischer Optik 2.399 €, wie der Vergleich Odyssey gegen Odyssey Pro zeigt. Ein Abonnement verlangt keines von beiden. Sieger in dieser Kategorie: das Odyssey Pro, günstiger im Einkauf und ohne Artikelnummernfalle.
Welches Modell für welchen Zweck
Für den festen Standort
Das Origin Mark II. Mit 18,87 kg wird es einmal aufgestellt und bleibt stehen, und genau in dieser Rolle spielt es 152 mm bei f/2,2 voll aus. Urteil: Origin Mark II.
Für unterwegs
Das Odyssey Pro, und nur dieses. 6,5 kg gegen 18,87 kg lassen keine zweite Lesart zu. Wenn Mobilität Ihre absolute Priorität ist, sehen Sie sich eher unsere Auswahl der tragbaren Modelle an. Urteil: Odyssey Pro.
Für die Beobachtung mit dem Auge
Das Odyssey Pro, kampflos: es ist das einzige der beiden mit einem Okular, einem Micro-OLED von Nikon, das das verarbeitete Bild in Echtzeit wiedergibt. Das Origin bietet ausschließlich den Bildschirm. Urteil: Odyssey Pro.
Für lichtschwaches Deep Sky
Das Origin Mark II beendet die Debatte. Dreifache Sammelfläche und f/2,2 gegen f/3,9 bedeuten an einer schwachen Galaxie ein anderes Ergebnis in derselben Zeit. Sehen Sie auch unsere Auswahl für Deep Sky. Urteil: Origin Mark II.
Für Planeten
Weder noch. 335 und 320 mm Brennweite bilden Jupiter oder Saturn auf zu wenigen Pixeln ab; beide Geräte sind für Deep Sky ausgelegt. Urteil: keines von beiden.
Häufige Fragen
Welche Origin-Version sollte man kaufen?
Die mit der Art.-Nr. 12100, das Origin Mark II, das um Oktober 2025 mit dem IMX678 und 8,3 Mpx erschienen ist. Beide Versionen führen denselben Handelsnamen: prüfen Sie die Artikelnummer beim Händler, die 12099 ist das ältere, eingestellte Modell.
Warum kostet das Origin in Europa 5.299 € und in den USA 4.299 $?
Der Preisunterschied zwischen beiden Märkten ist real und erheblich. Rechnen Sie ihn ein, wenn Sie mit dem Odyssey Pro vergleichen, bei dem sich das Verhältnis umkehrt: 4.199 € in Europa für 4.599 $ in den USA.
Rechtfertigt das Odyssey Pro seinen Preis gegenüber dem Origin?
Optisch nein: das Origin Mark II ist klar überlegen. Es bleibt das Okular als Argument — und der Hinweis, dass das bis auf das Okular identische Odyssey 2.399 € kostet.
Ist für eines der beiden ein Abonnement nötig?
Nein. Celestron stellt eine kostenlose, mit Simulation Curriculum entwickelte App bereit, und Unistellar schließt sämtliche Funktionen in den Kaufpreis ein.
Lassen sich Mosaike aufnehmen?
Weder mit dem Origin Mark II noch mit dem Odyssey Pro. Wer zusammensetzen will, muss zu anderen Marken greifen; einen Einstiegspunkt liefert der Vergleich Seestar S50 gegen Celestron Origin.