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DwarfLab Dwarf 3 vs Vaonis Vespera II: welches wählen?

Der DwarfLab Dwarf 3 kostet 549 € und wiegt 1,3 kg, der Vaonis Vespera II 1.590 € bei 5 kg — beide liefern 8,3 Mpx. Der Vespera II hat die größere Optik mit 50 mm gegen 35 mm, der Dwarf 3 kontert mit drei umschaltbaren Filtern, einem Äquatorialmodus und dem dreifachen Speicher. Das Preisverhältnis macht die Entscheidung interessanter, als die Datenblätter vermuten lassen.

Das Urteil in 20 Sekunden

Nehmen Sie den Dwarf 3, wenn Sie viel für wenig Geld wollen: 549 €, 1,3 kg, drei umschaltbare Filter samt mitgeliefertem Sonnenfilter, ein Äquatorialmodus mit Belichtungen bis 60 s und 128 GB Speicher. Ein Stativ ist allerdings nicht dabei.

Nehmen Sie den Vespera II, wenn Sie die größere Öffnung, die längere Brennweite und ein ausgereiftes Gesamtpaket samt Stativ und CovalENS-Mosaik mit 24 Mpx bevorzugen. Sie zahlen dafür fast das Dreifache und tragen 5 kg statt 1,3 kg.

Die Daten nebeneinander

Kriterium DwarfLab Dwarf 3 Vaonis Vespera II
Richtpreis 549 € (Spanne 529 bis 599 €) 1.590 €
Öffnung 35 mm 50 mm
Brennweite 150 mm (äquiv. 737 mm) 250 mm
Öffnungsverhältnis f/4,3 f/5
Sensor Sony IMX678 (Starvis 2) Sony IMX585
Auflösung 8,3 Mpx 8,3 Mpx
Bildfeld 2,93° × 1,65° 2,5° × 1,4°
Bildfeld im Mosaik Panorama 2×2 4,33° × 2,43°
Mosaik Ja, Panorama 2×2 Ja, CovalENS, 24 Mpx
Äquatorialmodus Ja, Belichtungen bis 60 s, EQ-Stativ nicht mitgeliefert Nein, azimutal
Integrierte Filter 3 umschaltbare Filter: VIS, Astro, Dualband Hα/OIII; Sonnenfilter mitgeliefert Nein; Sonnen-, Dualband- und CLS-Filter optional
Laufzeit 5,5 h angegeben, rund 4 h im Test 4 h
Speicher 128 GB (eMMC) 25 GB (eMMC)
Gewicht 1,3 kg 5 kg
Stativ enthalten Nein Ja

Was sie wirklich trennt

Öffnung, Brennweite und optische Geschwindigkeit

Für den Vespera II sprechen Durchmesser und Brennweite: 50 mm gegen 35 mm und 250 mm gegen 150 mm. Mehr Öffnung bedeutet mehr Signal, daran ändert keine Software etwas, und die längere Brennweite bildet kleinere Objekte größer ab. Der Dwarf 3 hält mit dem etwas schnelleren f/4,3 gegen f/5 dagegen, was die nötige Belichtungszeit pro Einzelbild leicht verkürzt — genug, um den Abstand zu verkleinern, nicht um ihn aufzuheben. Seine Angabe einer Kleinbildäquivalenz von 737 mm beschreibt den Abbildungsmaßstab, nicht die Lichtsammelleistung; hier wird gelegentlich mehr hineingelesen, als der Wert hergibt. Sieger: Vespera II.

Sensor, Bildfeld und Mosaik

Beide liefern 8,3 Mpx, und beide Sensoren sind aktuell: der IMX678 der Starvis-2-Generation im Dwarf 3, der IMX585 im Vespera II. Bei der Bildpunktzahl herrscht also Gleichstand. Beim Einzelbildfeld liegt der Dwarf 3 mit 2,93° × 1,65° gegen 2,5° × 1,4° leicht vorn. Im Mosaik dreht sich das Verhältnis: CovalENS erreicht 4,33° × 2,45° bei 24 Mpx, während der Dwarf 3 auf ein Panorama im 2×2-Raster beschränkt bleibt — funktional, aber weniger ausgereift. Wer regelmäßig großflächige Nebelkomplexe zusammensetzt, merkt den Unterschied in der Nachbearbeitung. Beim Speicher kehrt sich das Bild erneut um, mit 128 GB gegen 25 GB. Da das Mosaik die anspruchsvollere Disziplin ist, entscheidet sie diese Rubrik. Sieger: Vespera II.

Filter und tatsächliche Kosten

Der Dwarf 3 bringt drei umschaltbare Filter mit — VIS, Astro und ein Dualband für Hα/OIII — dazu einen Sonnenfilter im Lieferumfang. Sie können also Emissionsnebel aus der Stadt aufnehmen und tags darauf die Sonne beobachten, ohne nachzukaufen. Beim Vespera II sind Sonnen-, Dualband- und CLS-Filter durchweg Zubehör. Umgekehrt liegt dem Vespera II ein Stativ bei, dem Dwarf 3 nicht — das relativiert den Preisabstand ein wenig, bleibt aber eine deutlich kleinere Position als ein vollständiger Filtersatz. Unter dem Strich fällt der reale Abstand zwischen 549 € und 1.590 € eher noch größer aus als der Listenpreis. Sieger: Dwarf 3.

Laufzeit, Gewicht und Handhabung

Der Dwarf 3 nennt 5,5 h und erreichte im Test rund 4 h; der Vespera II gibt 4 h an. Praktisch also ein Gleichstand, wobei der Dwarf 3 die Diskrepanz zwischen Angabe und Messung offen zeigt. Auf der Waage ist es dagegen kein Vergleich: 1,3 kg gegen 5 kg. Der Dwarf 3 passt in eine Kameratasche, der Vespera II braucht einen Rucksack. Hinzu kommt der Äquatorialmodus mit Belichtungen bis 60 s, den der Vespera II gar nicht anbietet — allerdings nur mit einem EQ-Stativ, das nicht mitgeliefert wird. Sieger: Dwarf 3.

Welches Gerät für welchen Einsatz

Für den Einstieg

549 € gegen 1.590 €, bei gleicher Pixelzahl und einem kompletten Filtersatz im Karton: Für den ersten Kauf ist das Preis-Leistungs-Verhältnis schwer zu schlagen, auch wenn ein Stativ hinzukommt. Mehr dazu im Ratgeber für Einsteiger. Sieger: Dwarf 3.

Für große Nebel

CovalENS liefert mit 4,33° × 2,45° bei 24 Mpx ein ausgereifteres Mosaik als das 2×2-Panorama des Dwarf 3. Für ausgedehnte Ziele wie den Nordamerikanebel zählt genau das, siehe auch unsere Deep-Sky-Auswahl. Sieger: Vespera II.

Für Emissionsnebel unter aufgehelltem Himmel

Der Dualband-Filter für Hα/OIII ist beim Dwarf 3 eingebaut und per Software umschaltbar, beim Vespera II kostenpflichtiges Zubehör. Unter Stadthimmel entscheidet dieser Filter über brauchbare und unbrauchbare Aufnahmen — Näheres im Stadtvergleich. Sieger: Dwarf 3.

Für unterwegs

1,3 kg gegen 5 kg entscheiden jede Reisefrage. Selbst mit einem separat gekauften Reisestativ bleibt der Dwarf 3 das deutlich leichtere Gepäck, siehe Ratgeber für unterwegs. Sieger: Dwarf 3.

Für den Einsatz bei Tag

Der mitgelieferte Sonnenfilter und der VIS-Filter machen den Dwarf 3 auch tagsüber nutzbar, für Sonnenbeobachtung ebenso wie für Tier- und Landschaftsaufnahmen. Der Vespera II ist auf die Nacht ausgelegt und benötigt für die Sonne erst Zubehör. Sieger: Dwarf 3.

Häufige Fragen

Wird beim Dwarf 3 ein Stativ mitgeliefert?

Nein. Ein Stativ ist nicht im Lieferumfang, Sie benötigen ein eigenes mit passendem Gewinde. Für den Äquatorialmodus ist zusätzlich ein EQ-Stativ erforderlich, das ebenfalls separat erworben werden muss. Beim Vespera II ist ein Stativ dagegen enthalten.

Wie hoch ist die tatsächliche Laufzeit des Dwarf 3?

DwarfLab gibt 5,5 h an, im Test wurden rund 4 h erreicht. Das entspricht damit ungefähr den 4 h des Vespera II. Für längere Sessions empfiehlt sich in beiden Fällen eine Powerbank.

Braucht der Vespera II Filter, um gut zu funktionieren?

Unter dunklem Himmel nicht. Unter städtischem Himmel und für Emissionsnebel ist ein Dualband-Filter jedoch praktisch unverzichtbar, und beim Vespera II ist er Zubehör. Rechnen Sie diese Position ein. Der Nachfolger wird in Vespera II gegen Vespera III behandelt.

Kann man den Dwarf 3 bei feuchtem Wetter draußen lassen?

Eine offizielle Schutzartangabe für dauerhaften Wettereinsatz liegt nicht vor, das Gerät sollte daher nicht unbeaufsichtigt im Freien bleiben. Gegen Taubeschlag auf der Frontlinse helfen eine Taukappe und ein Abbau nach der Session — das gilt für beide Modelle gleichermaßen.

Gibt es etwas Günstigeres oder etwas Ausgereifteres?

Günstiger und noch kompakter ist der DwarfLab Dwarf Mini, siehe Dwarf 3 gegen Dwarf Mini. In derselben Preisklasse steht der ZWO Seestar S50, dessen Verfügbarkeit allerdings zeitweise angespannt ist. Eine Stufe darüber liegt der Vaonis Vespera III. Alle Paarungen im Vergleichs-Hub.

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