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DwarfLab DWARF II vs DwarfLab DWARF 3: welches wählen?

Das DwarfLab DWARF II ist eingestellt und beim Hersteller ausverkauft: Wer neu kauft, hat keine Wahl mehr — es ist das DwarfLab DWARF 3 für 549 €. Die eigentliche Frage liegt woanders: Lohnt der Wechsel, wenn man bereits ein DWARF II besitzt, und bis zu welchem Preis ist ein Gebrauchtgerät noch vertretbar? Unter rund 150 € ja; über 200 € nein.

Das Urteil in 20 Sekunden

Das DWARF 3 ist kein aufgefrischtes DWARF II, sondern eine Generation darüber — an drei Punkten: Die Optik wächst von 24 mm f/4,2 auf 35 mm f/4,3, der Sensor wechselt vom Sony IMX415 (Starvis) zum Sony IMX678 (Starvis 2), die angegebene Laufzeit steigt von 3 h auf 5,5 h. Dazu kommt ein dritter interner Filter, ein Dualband-Filter Hα/OIII, den das DWARF II nicht hat — es trägt nur zwei.

Wer vor allem Emissionsnebel unter lichtverschmutztem Himmel fotografiert, für den ist der Wechsel zum 3 keine Diskussion wert: Dualband-Filter und Starvis-2-Sensor verändern die Art des Ergebnisses, nicht nur seine Schärfe. Bei Tag- oder Panoramaeinsatz fällt der Abstand deutlich geringer aus.

Beim Neukauf ist das DWARF 3 das einzig verfügbare Modell. Das DWARF II steht nur noch gebraucht zur Debatte, und sein einziges Argument ist der Preis: Es gab nie einen Euro-Listenpreis, der Einführungspreis lag bei 300 $, und man muss deutlich darunter fündig werden, damit es gegen ein neues DWARF 3 für 549 € Sinn ergibt.

Die Zahlen nebeneinander

Kriterium DWARF II DWARF 3
Status Eingestellt, bei DwarfLab ausverkauft Verfügbar
Richtpreis Nie in Euro veröffentlicht 549 €
Einführungspreis (USD) 300 $ 549 $
Erscheinungsjahr Anfang 2023 (Kickstarter 2021-2022) 2025
Optischer Typ Doppeloptik mit Linsen: Tele + Weitwinkel Doppelobjektiv: Tele + Weitwinkel
Öffnung 24 mm (Tele); Weitwinkel nie in mm veröffentlicht 35 mm
Brennweite 100 mm (Tele, 675 mm KB-Äquivalent); Weitwinkel 48 mm Äquivalent, reale Brennweite nicht veröffentlicht 150 mm (Äquivalent 737 mm)
Öffnungsverhältnis f/4,2 (Tele); f/2,4 (Weitwinkel) f/4,3
Sensor Sony IMX415 Starvis 1/2,8″ (Tele) Sony IMX678 (Starvis 2)
Auflösung 8 MP (Tele); 2 MP (Weitwinkel) 8,3 MP
Gesichtsfeld 3° (Tele); 50° (Weitwinkel) 2,93° × 1,65°
Mosaik Ja, Panorama von 9 bis 1800 Bildern; resultierendes Feld nie in Grad veröffentlicht Ja, Panorama 2×2
Montierung Motorisierte azimutale GoTo-Montierung Motorisierte azimutale Montierung
Äquatorialmodus Ja Ja, Belichtungen bis 60 s; EQ-Stativ nicht im Lieferumfang
Angegebene Laufzeit 3 h 5,5 h
Speicher microSD 64 GB mitgeliefert, bis 512 GB 128 GB (eMMC)
Gewicht 1,0 bis 1,5 kg je nach Quelle (nur Gehäuse); rund 2 kg in vollständiger Konfiguration 1,3 kg
Stativ Mitgeliefert Nicht mitgeliefert
Integrierte Filter Zwei umschaltbare interne Filter: VIS und Astro Drei umschaltbare Filter: VIS, Astro, Dualband Hα/OIII, dazu ein Sonnenfilter im Lieferumfang
Konnektivität WLAN 2,4 und 5 GHz, Bluetooth, USB-C WLAN, Bluetooth 4.0, NFC, USB-C, IP54
Abonnement Nein, DWARFLAB-App kostenlos Nein, alle Funktionen enthalten

Woher diese Zahlen stammen

Nicht alle DWARF-II-Zahlen sind Herstellerangaben. DwarfLab hat das Datenblatt entfernt. Die hier genannten Funktionen — Äquatorialmodus, interne Filter, Panorama, Laufzeit, Konnektivität, Einführungspreis in Dollar — stammen weiterhin vom Hersteller, aber sämtliche optischen und physischen Werte der DWARF-II-Spalte kommen aus Drittquellen. Wir schreiben das lieber, als zwei Spalten nebeneinanderzustellen, die nicht dieselbe Belastbarkeit haben. Die Zahlen des DWARF 3 hingegen veröffentlicht DwarfLab selbst.

Zwei Konsequenzen. Das Gewicht: 1,0, 1,2 oder 1,5 kg je nach Quelle für das Gehäuse allein, rund 2 kg in vollständiger Konfiguration. Wir veröffentlichen die Spanne, nie einen Einzelwert — ein grammgenauer Vergleich mit den 1,3 kg des DWARF 3 ist damit unmöglich. Die Öffnung des Weitwinkels: nie in Millimetern veröffentlicht. Manche Händlerdatenblätter zeigen „24 mm f/2,4″; das ist eine fehlerhafte Übernahme der Teleöffnung. Wir veröffentlichen nur das Verhältnis f/2,4.

Was sie wirklich trennt

35 mm gegen 24 mm: der einzige echte optische Sprung

Das DWARF 3 öffnet mit 35 mm, das DWARF II mit 24 mm, bei nahezu identischem Verhältnis (f/4,3 gegen f/4,2): Es wächst die Sammelfläche, nicht die Lichtstärke. Die Brennweite folgt, 150 mm gegen 100 mm, also ein KB-Äquivalent von 737 gegen 675 mm. Ein etwas engeres Feld, dafür mehr Licht.

IMX415 gegen IMX678: Starvis gegen Starvis 2

Die Auflösung bewegt sich kaum, 8 MP gegen 8,3 MP. Die Änderung liegt anderswo: im Wechsel von Starvis zu Starvis 2 — was Vergleiche übersehen, die nur Pixel zählen. Da für beide Geräte kein vergleichbares Mosaikfeld veröffentlicht ist, versuchen wir die Übung nicht.

Der dritte Filter, der die Abende verändert

Das DWARF II trägt zwei aus der App umschaltbare interne Filter, VIS und Astro. Das DWARF 3 ergänzt einen dritten, einen Dualband-Filter Hα/OIII, und liefert einen Sonnenfilter mit. Unter Stadthimmel, an einem Emissionsnebel, ist das der Unterschied zwischen einem geretteten und einem ausgewaschenen Bild: aus unserer Sicht das erste Argument für ein Upgrade, noch vor der Optik.

Das Stativ: Vorsicht vor der Milchmädchenrechnung

Das DWARF II wird mit Stativ geliefert, das DWARF 3 nicht. Der reale Preisabstand ist damit größer, als er scheint — und der Äquatorialmodus des DWARF 3 verlangt ein EQ-Stativ, das ebenfalls nicht beiliegt.

Laufzeit und Robustheit

3 h angegeben gegen 5,5 h: der Unterschied zwischen einer zwingend nötigen Powerbank und einer Sitzung in einem Zug. Das DWARF 3 ergänzt Schutzart IP54 und NFC; für das DWARF II wurde nie eine Schutzart veröffentlicht — fehlende Angabe, nicht fehlender Schutz.

Das „DWARF II Solar Elite“ ist kein Modell

Sehr verbreitete Verwechslung in Gebrauchtanzeigen: Das DWARF II Solar Elite ist kein eigenes Produkt. Es ist ein Händlerbundle von Explore Scientific, ein Standard-DWARF-II zusammen mit zwei Sonnenfiltern. Optik, Sensor, Elektronik und App sind die des DWARF II. Wer einen „Solar Elite“-Aufpreis zahlt und dabei eine höherwertige Version zu kaufen glaubt, bezahlt zwei Filter.

Welches wählen, je nach Einsatz

Sie besitzen ein DWARF II und überlegen den Wechsel

Wechseln Sie zum 3, wenn Sie Emissionsnebel anvisieren, unter lichtverschmutztem Himmel arbeiten oder wenn die 3 h Laufzeit Ihnen schon eine Sitzung abgeschnitten haben. Bleiben Sie beim DWARF II, wenn Sie es tagsüber oder für Panoramen nutzen: Weitwinkel und Panorama von 9 bis 1800 Bildern erledigen die Arbeit weiterhin.

Sie schauen sich ein gebrauchtes DWARF II an

Unsere Schwelle: unter rund 150 € inklusive Versand bleibt das DWARF II vertretbar — die Hälfte seines Einführungspreises von 300 $, für ein vollständiges Gerät samt Stativ und eine weiterhin gepflegte App. Zwischen 150 und 200 € ist es Auslegungssache, je nach Zustand und Zubehör. Über 200 € nein: zu nah an den 549 € eines neuen, garantierten, lichtstärkeren und besser gefilterten DWARF 3, um ein eingestelltes Gerät zu akzeptieren, dessen Hersteller nicht einmal mehr ein Datenblatt veröffentlicht.

Sie fangen an und kaufen neu

Das DWARF 3, das einzige der beiden noch verfügbare Gerät. Kalkulieren Sie das Stativ ein, es liegt nicht bei.

Häufige Fragen

Ist das DWARF II Solar Elite besser als das DWARF II?

Nein, es ist dasselbe Gerät: ein Paket von Explore Scientific, das einem Standard-DWARF-II zwei Sonnenfilter beilegt. Kein optischer, elektronischer oder softwareseitiger Unterschied.

Warum weichen Ihre DWARF-II-Zahlen von anderen Seiten ab?

Weil DwarfLab das Datenblatt zurückgezogen hat: Jeder kopiert Drittquellen, und Fehler pflanzen sich fort. Die dem Weitwinkel zugeschriebenen „24 mm f/2,4″ sind das Musterbeispiel — diese Öffnung wurde nie in Millimetern veröffentlicht.

Ist das DWARF 3 doppelt so leistungsfähig?

Keine Herstellerangabe erlaubt es, ein Leistungsverhältnis zu beziffern, und wir erfinden keines. Belegt ist: 35 mm gegen 24 mm, Starvis 2 gegen Starvis, 5,5 h gegen 3 h und ein zusätzlicher Dualband-Filter.

Und wenn keines von beiden passt?

Bei DwarfLab zielt das DWARF mini tiefer und kompakter. Darüber hinaus ist das ZWO Seestar S30 die direkteste Alternative in dieser Preisklasse.

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