Vaonis Vespera II

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Das Vaonis Vespera II ist ein smartes Teleskop mit 50 mm Öffnung bei f/5, in der Solo-Version für 1.590 € erhältlich, das nach drei bis fünf Minuten Ausrichtung vollautonom Galaxien und Nebel fotografiert. Der ausgewiesene Preis täuscht allerdings: Ohne jeden integrierten Filter steigt die tatsächliche Rechnung schnell an.

Kurzurteil in drei Sätzen

Technisch ist das Vespera II ein apochromatischer Quadruplet-Refraktor mit Bildfeldebnung, 50 mm Öffnung, 250 mm Brennweite, Öffnungsverhältnis f/5, kombiniert mit einem Sony IMX585 Farbsensor im Format 1/1,2″ und 2,9 µm Pixelgröße. Er liefert 8,3 MP bei 3840 × 2160 Pixeln und bis zu 24 MP über das CovalENS-Mosaik, das das Gesichtsfeld von 2,5° × 1,4° auf 4,33° × 2,43° erweitert. Die automatische Ausrichtung in drei bis fünf Minuten brachte ihm 4,5/5 bei BBC Sky at Night ein, und die Tests sind sich einig über erstaunlich helle und farbige Galaxien und Nebel, auch in lichtverschmutzten Gebieten.

Die Einschränkungen sind real. Die Laufzeit endet bei etwa 4 h aus dem 7.000-mAh-Akku, die Bilder werden gelegentlich als etwas weich beurteilt, der automatische Refokus trifft nicht immer optimal, Planeten entziehen sich dem Gerät, und das mitgelieferte Stativ ist zu niedrig. Vor allem aber: Kein Filter ist integriert — Sonnenfilter 179 €, Lichtverschmutzungsfilter CLS 229 €, Dual-Band 399 €, sämtlich optional. Wenn Ihr Budget diese Aufschläge verkraftet, sehen Sie sich ernsthaft das Dwarf 3 an, das seine Filter ab Werk mitbringt; suchen Sie eher Ausdauer, nennt das Vespera III 11 h Laufzeit.

Das Vespera II passt zu Ihnen, wenn…

  • Sie in unter fünf Minuten einsatzbereit sein wollen. Die Ausrichtung läuft vollautomatisch und dauert drei bis fünf Minuten — der am besten bewertete Punkt des Geräts bei BBC Sky at Night mit 4,5/5.
  • Sie aus der Stadt heraus fotografieren. Die Tests beschreiben helle, farbige Galaxien und Nebel selbst in lichtverschmutzten Zonen, und genau das ist der Hauptanwendungsfall dieser Geräteklasse.
  • Große Gesichtsfelder Sie interessieren. 2,5° × 1,4° nativ und vor allem 4,33° × 2,43° im CovalENS-Mosaik mit 24 MP: genug, um große Nebel vollständig zu umfassen.
  • Sie Ihre Ausrüstung häufig transportieren. 5 kg, integriertes WLAN, USB-C, eingebauter 7.000-mAh-Akku: kein Netzkabel, das im Feld verlegt werden muss.
  • Sie Abonnements ablehnen. Die App Singularity ist kostenlos, die 25 GB Speicher sind intern, kein kostenpflichtiger Dienst wird aufgezwungen.

Nicht geeignet, wenn…

  • Ihr Budget bei 1.590 € endet. Das ist der Preis ohne Filter. Rechnen Sie 229 € für den CLS oder 399 € für den Dual-Band hinzu, und Sie liegen für einen wirklich vollständigen Einsatz bei 1.800 € bis 2.000 €.
  • Sie Planeten beobachten wollen. 250 mm Brennweite bei f/5: Die Konfiguration ist auf großes Feld ausgelegt, und die Tests bestätigen, dass Planeten nicht zu seinen Stärken zählen.
  • Ihre Nächte länger als vier Stunden dauern. Die gemessene Laufzeit liegt bei rund 4 h; darüber hinaus ist eine externe Stromversorgung einzuplanen.
  • Sie visuelle Beobachtung suchen. Es gibt kein Okular: Alles läuft über den Bildschirm Ihres Telefons oder Tablets.

Was das Vespera II in der Praxis leistet

Deep Sky

Das ist seine Daseinsberechtigung und sein bestes Terrain. Der apochromatische Quadruplet mit Bildfeldebnung hält die Sterne bis in die Ecken punktförmig, und der IMX585 mit seinen 2,9-µm-Pixeln verkraftet städtische Himmelshintergründe ordentlich. Testrückmeldungen sprechen von hellen und farbigen Nebeln und Galaxien, und zwar deutlich schneller, als man es von 50 mm Öffnung erwarten würde — die automatische Stapelung leistet dabei die Hauptarbeit. Der wiederkehrende Vorbehalt betrifft die Schärfe: Manche Bilder wirken etwas weich, und der automatische Refokus erreicht nicht immer die beste Einstellung. Bei Emissionsnebeln verändert ein Dual-Band-Filter alles, er kostet allerdings 399 € extra.

Mond und Sonne

Der Mond passt bequem in 2,5° × 1,4°, nimmt bei 250 mm Brennweite jedoch nur einen bescheidenen Teil des Bildfelds ein: Sie erhalten eine saubere Scheibe, keine Nahaufnahme von Kratern. Für die Sonne ist der optionale Sonnenfilter zu 179 € zwingend erforderlich, denn ein Schutz ist nicht integriert. Beides sind Nebenanwendungen, die als Zugabe und nicht als Kaufargument zu werten sind.

Planeten

Auszuschließen. Die Brennweite von 250 mm und das Öffnungsverhältnis f/5 sind auf großes Feld dimensioniert, nicht auf den Abbildungsmaßstab, den Planetenaufnahmen verlangen. Die Tests sind hier einhellig: Das Vespera II ist für diesen Zweck ungeeignet. Wenn Jupiter und Saturn für Sie zählen, führt der Weg zu Instrumenten mit langer Brennweite wie dem Unistellar Odyssey — und auch dort mit maßvollen Erwartungen.

CovalENS-Mosaik und große Felder

Hier liegt das unterscheidende Merkmal gegenüber der chinesischen Konkurrenz. CovalENS setzt mehrere Ausschnitte automatisch zusammen und bringt das Feld auf 4,33° × 2,43° sowie die Auflösung auf 24 MP, also nahezu die dreifache Fläche des nativen Felds. Bei großen Nebelkomplexen ist der Unterschied im Ergebnis eindrucksvoll und rechtfertigt für sich genommen einen Teil des Preisabstands zu einem Seestar S50. Das native Feld ist zudem 1,56× breiter als das des ersten Vespera.

Stärken

  • Automatische Ausrichtung in 3 bis 5 Minuten
  • Deep Sky hell und farbig auch in der Stadt
  • CovalENS-Mosaik bis 24 MP
  • Feld 1,56× breiter als beim ersten Vespera
  • Kein Abo, App Singularity kostenlos

Schwächen

  • Laufzeit auf etwa 4 h begrenzt
  • Bilder mitunter weich, Refokus verbesserungswürdig
  • Tatsächliche Kosten durch optionale Filter stark erhöht
  • Für Planeten ungeeignet
  • Mitgeliefertes Stativ zu niedrig, kein Okular

Das Vespera II gegen seine direkten Konkurrenten

Vespera II vs Vespera III

Das Vespera III kostet 2.490 €, also 900 € mehr. Optisch bleibt es bei 50 mm mit 245 mm Brennweite bei f/4,9 und demselben IMX585-Sensor: Der Unterschied entscheidet sich also nicht am Bild. Er entscheidet sich an der Ausdauer, mit 11 h Laufzeit gegenüber 4 h, und am Speicher, 115 GB gegenüber 25 GB. 900 € mehr für dieselbe Optik und denselben Sensor zu zahlen ergibt nur Sinn, wenn Ihre Nächte tatsächlich über vier Stunden hinausgehen.

Vespera II vs Seestar S50

Das Seestar S50 weist dieselbe Öffnung von 50 mm auf, kostet aber 499 € und damit knapp ein Drittel. Der Unterschied liegt anderswo: im CovalENS-Mosaik mit seinen 24 MP, in der Güte des apochromatischen Quadrupletts mit Bildfeldebnung und in einer Automatisierung, die die Tests als überlegen einstufen. Dennoch verlangen 1.091 € Preisdifferenz bei gleicher Öffnung eine solide Begründung. Das S50 ist die rationale Wahl, das Vespera II die Wahl für großes Feld und Verarbeitung.

Vespera II vs Dwarf 3

Das Dwarf 3 liegt zwischen 529 und 599 € und bietet dieselbe Auflösung von 8,3 MP, mit einem schlagkräftigen Argument: Seine Filter sind inklusive. Gegenüber einem Vespera II, das 229 € für den CLS und 399 € für den Dual-Band berechnet, misst sich der reale Budgetunterschied nicht mehr in Hunderten von Euro, sondern in Vielfachen. Beim Verhältnis von Fähigkeit zu Preis inklusive Filter bringt das Dwarf 3 das Vespera II frontal in Bedrängnis.

Alternativen nach Budget

  • Unter 500 €: das Seestar S50 für 499 €, dieselbe Öffnung von 50 mm zu einem Drittel des Preises.
  • Um 600 €: das Dwarf 3, 8,3 MP und Filter ab Werk.
  • Für 2.490 €: das Vespera III, wegen seiner 11 h Laufzeit und 115 GB Speicher.
  • Über 2.990 €: das Vespera Pro 2, wenn Auflösung und Speicher vor dem Budget stehen.

Häufige Fragen

Braucht das Vespera II Filter, um gut zu funktionieren?

Kein Filter ist integriert. Das Gerät arbeitet auch ohne, aber für Emissionsnebel unter lichtverschmutztem Himmel verändern der Dual-Band zu 399 € oder der CLS zu 229 € das Ergebnis. Das ist die wichtigste Budgetfalle dieses Modells: Rechnen Sie die Filterkosten von Anfang an mit ein.

Wie hoch ist die tatsächliche Laufzeit des Vespera II?

Rund 4 h mit dem 7.000-mAh-Akku, was die Tests bestätigen. Im Winter oder bei langen Sitzungen sollten Sie eine externe Powerbank über USB-C einplanen, sonst müssen Sie eine laufende Aufnahme abbrechen.

Vespera II oder Seestar S50?

Das Seestar S50 bietet für 499 € dieselbe Öffnung zu einem deutlich geringeren Preis. Das Vespera II rechtfertigt sich, wenn Sie das CovalENS-Mosaik mit 24 MP, das Feld von 4,33° × 2,43° und eine ausgereiftere Automatisierung wollen. Außerhalb dieser Kriterien ist der Preisabstand schwer zu verteidigen.

Kann man mit dem Vespera II Planeten fotografieren?

Nein, das ist nicht sein Gebiet. Mit 250 mm Brennweite bei f/5 ist es für großes Feld und Deep Sky ausgelegt. Die Tests stufen es ausdrücklich als für Planeten ungeeignet ein.

Fällt ein Abo an?

Nein. Die App Singularity ist kostenlos, und die Bilder werden auf den internen 25 GB gespeichert, übertragbar über das integrierte WLAN oder USB-C. Für den Betrieb des Geräts ist kein kostenpflichtiger Dienst nötig.

OptiktypApochromatisches Quadruplet
Öffnung50 mm
Brennweite250 mm
Öffnungsverhältnisf/5
SensorSony IMX585
Auflösung8,3 Mpx
Sichtfeld2,5° × 1,4°
MontierungMotorisierte azimutale Montierung
Akkulaufzeit4 h
Speicher25 GB (eMMC)
Gewicht5,0 kg
Richtpreis1 €
Mosaik-Bildfeld4,33° × 2,43°
ÄquatorialmodusNein — azimutal
Integrierte FilterNein — Sonne, Dualband und CLS optional
MosaikJa — CovalENS, 24 MP
Stativ enthaltenJa
Abo erforderlichNein — alle Funktionen inklusive
KonnektivitätWi-Fi · USB-C
Markteinführung01/2024
VerfügbarkeitVerfügbar
Richtpreis (US)$1590

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