ZWO Seestar S30 vs S50: welches wählen?

Nehmen Sie das ZWO Seestar S30 für 399 €: günstiger, dreimal so viel Feld, ein Kilo leichter und lieferbar – während das ZWO Seestar S50 für 499 € auf der offiziellen Website vergriffen ist. Nur eines kann dieses Urteil kippen: Sind Ihre Ziele klein und hell, bleiben die 250 mm Brennweite des S50 in dieser Klasse unschlagbar.

Das Urteil in 20 Sekunden

Nehmen Sie das Seestar S30, wenn Sie ausgedehnte Objekte fotografieren, viel unterwegs sind oder einsteigen: 1,20° × 2,13° fassen Orion, den Cirrusnebel oder den Nordamerikanebel ohne Mosaik – bei 1,65 kg und 399 €.

Nehmen Sie das Seestar S50, wenn Ihre Ziele kompakt sind: Kugelsternhaufen, planetarische Nebel, kleine Galaxien. Seine 50 mm Öffnung und 250 mm Brennweite liefern die beste Abtastung der Kategorie. Vorausgesetzt, Sie finden es auf Lager: Bei ZWO ist es vergriffen, und mehrere Händler nennen es abgelöst, ohne dass ZWO ein Ende bestätigt hätte.

Die Zahlen im direkten Vergleich

Kriterium ZWO Seestar S30 ZWO Seestar S50
Richtpreis 399 € 499 €
Öffnung 30 mm 50 mm
Brennweite 150 mm 250 mm
Öffnungsverhältnis f/5 f/5
Sensor Sony IMX662 (Starvis 2) Sony IMX462
Auflösung 2,1 MP 2,1 MP (1.080 × 1.920)
Gesichtsfeld 1,20° × 2,13° 0,73° × 1,29°
Montierung Motorisierte Alt-Azimutalmontierung Motorisierte Alt-Azimutalmontierung
Äquatorialer Modus Ja, TH10-Kopf optional Ja, per Firmware, EQ-Stativ erforderlich
Integrierte Filter UV/IR-Cut, Dualband Hα/OIII, Dark; Sonnenfilter mitgeliefert UV/IR-Cut, Dualband Hα/OIII, Dark; Sonnenfilter mitgeliefert
Mosaik Ja Ja, per Firmware nachgereicht
Laufzeit 6 h 6 h (Akku 6.000 mAh)
Speicher 64 GB (eMMC) 64 GB (eMMC), davon rund 50 GB nutzbar
Gewicht 1,65 kg 2,5 kg
Stativ im Lieferumfang Ja, Carbon Ja, Carbon
Verfügbarkeit Verfügbar Angespannt, auf der offiziellen Website vergriffen

Was sie wirklich trennt

Optik und Lichtsammelvermögen

Gleiche Architektur, gleiches Öffnungsverhältnis: zwei apochromatische Triplet-Refraktoren auf f/5. Alles hängt damit am Durchmesser. Das S50 sammelt mit seinen 50 mm deutlich mehr Licht, und keine Software holt Photonen zurück, die nie erfasst wurden: Bei Galaxien und Objekten geringer Flächenhelligkeit ist der Abstand real. Seine 250 mm Brennweite geben ihm zusätzlich einen erheblich feineren Abbildungsmaßstab, der die Saturnringe und die Galileischen Monde zeigt, während beim S30 die Planeten kleine Flecken bleiben. Ein Planeteninstrument ist deswegen keines von beiden. Sieger ohne Diskussion: das Seestar S50.

Sensor, Auflösung und Gesichtsfeld

Beide bleiben bei 2,1 MP stehen, und das ist die gemeinsame Grenze dieses Duells: Großformatdruck erlaubt keines von beiden, das S50 arbeitet zudem in 1.080 × 1.920, also im Hochformat. Beim Feld stehen sich dagegen zwei Philosophien gegenüber. Das S30 deckt 1,20° × 2,13° ab, fast die dreifache Fläche des S50 mit seinen 0,73° × 1,29°. Konkret: M31 und große Nebelkomplexe passen beim S30 in eine einzige Ausrichtung, während das S50 ein Mosaik und eine erheblich längere Sitzung erzwingt. Umgekehrt verteilt das S50 dieselbe Pixelzahl über einen kleineren Himmelsausschnitt – kompakte Objekte gewinnen dadurch an Detail. Der Sieger hängt von Ihren Zielen ab, bei der Vielseitigkeit heißt er jedoch: Seestar S30.

Laufzeit, Gewicht und Transport

Bei der Ausdauer trennt die beiden nichts: 6 Stunden auf beiden Seiten, genug für eine Nacht, mit derselben Einschränkung beim S30, dessen Laufzeit unter 0 °C deutlich einbricht. Auch der Speicher ist identisch, 64 GB, von denen etwa fünfzig wirklich nutzbar sind – wer die Rohdaten behält, muss regelmäßig übertragen. Das Gewicht entscheidet: 1,65 kg gegen 2,5 kg, also fast ein Kilo Unterschied, und 2,12 kg beim S30 samt Carbonstativ und Tasche, womit es ins Handgepäck passt. Beide werden mit ihrem Carbonstativ geliefert. Sieger: das Seestar S30.

Filter, Software und reale Kosten

Auf dem Papier identische Filterung: UV/IR-Cut, Dark, Dualband Hα/OIII und der mitgelieferte magnetische Sonnenfilter auf beiden Seiten. Das S50 zieht daraus allerdings mehr, weil seine 50 mm Öffnung die Aggressivität des Dualband-Filters unter lichtverschmutztem Himmel ausgleichen. Die Software ist gemeinsam, ausgereift, laufend aktualisiert und ohne jedes Abonnement: Mosaik und äquatorialer Modus kamen beim S50 nach dem Marktstart im Oktober 2023 per Firmware, ohne Aufpreis. Der äquatoriale Modus kostet dagegen in beiden Fällen extra – TH10-Kopf als Option beim S30, Stativ oder äquatorialer Kopf beim S50. Bleiben 100 € Preisunterschied und eine unsichere Verfügbarkeit beim S50. Sieger bei den realen Kosten und der Kaufsicherheit: das Seestar S30.

Welches Modell für welchen Einsatz

Für den Einstieg

Das S30. Es kostet 100 € weniger, wiegt ein Kilo weniger, fasst weiter – was Zielfehler verzeiht – und ist lieferbar. Das S50 böte mehr Licht, doch einem Einsteiger empfiehlt man kein Gerät, dessen Vertrieb ungewiss ist. Urteil: Seestar S30.

Für große Nebel

Das S30, und der Abstand ist eindeutig: dreifache abgedeckte Himmelsfläche, ohne Mosaik zusammensetzen zu müssen und ohne endlose Sitzung. Das S50 schafft es auch, aber um den Preis einer Arbeit, die Ihnen das S30 erspart. Urteil: Seestar S30.

Für kleine Objekte und Galaxien

Das S50, ohne Diskussion. 50 mm Öffnung zum Sammeln und 250 mm Brennweite zum Vergrößern: genau das verlangen Kugelsternhaufen und kleine Galaxien. Das S30 kommt bei M31 durch, tut sich bei M51 schwer und braucht sehr viele Einzelaufnahmen. Wer stattdessen Auflösung sucht, findet sie beim Vergleich S50 gegen Dwarf 3. Urteil: Seestar S50.

Für den Einsatz in der Stadt

Beide tragen denselben Dualband-Filter OIII 30 nm / Hα 20 nm, der bei Emissionsnebeln bemerkenswerte Arbeit leistet. Bei gleichem Filter entscheidet die Öffnung: Das S50 holt unter lichtverschmutztem Himmel mehr Signal heraus. Urteil: Seestar S50.

Für unterwegs

Die 2,12 kg des S30 samt Stativ und Tasche passen ins Handgepäck; die 2,5 kg des reinen S50-Gehäuses sind eine andere Größenordnung. Zählt das Gewicht noch stärker, sehen Sie sich den DwarfLab Dwarf Mini mit 840 g an, der allerdings ohne Stativ verkauft wird. Urteil: Seestar S30.

Häufige Fragen

Ist das Seestar S50 eingestellt worden?

Auf der offiziellen ZWO-Website ist es vergriffen, und mehrere Händler führen es als abgelöst – ZWO hat das Ende des Modells jedoch nicht offiziell bestätigt. Prüfen Sie den Lagerbestand, bevor Sie Ihre Wahl darauf gründen.

Haben beide denselben Sensor?

Nicht exakt, aber dieselbe Auflösung: IMX662 Starvis 2 beim S30, IMX462 beim S50, beide mit 2,1 MP. Für den Großformatdruck taugt keiner von beiden. Für 8,3 MP bei ZWO müssen Sie zum ZWO Seestar S30 Pro für 749 € greifen.

Ist der äquatoriale Modus enthalten?

Nein, in keinem der beiden Fälle. Das S30 verlangt den separat verkauften TH10-Kopf, das S50 ein Stativ oder einen äquatorialen Kopf. Ohne das begrenzt die Bildfelddrehung die Einzelbelichtungen im alt-azimutalen Betrieb auf etwa 30 s.

Welches Modell für Aufnahmen von M31?

Das S30: Sein Feld von 1,20° × 2,13° fasst die Andromeda-Galaxie. Das S50 erzwingt ein Mosaik. Für mehr Auflösung auf diesem Ziel bietet der DwarfLab Dwarf 3 8,3 MP auf einem noch weiteren Feld, wie der Vergleich S30 gegen Dwarf 3 zeigt.

Verlangt ZWO ein Abonnement?

Nein. Stacking, Mehrnacht-Planung, Mosaik, Bildbearbeitung und Export sind bei beiden Modellen enthalten. Zur Einordnung der Seestar-Reihe gegenüber der Konkurrenz hilft die Übersicht aller Vergleiche.

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