Unistellar Odyssey vs Unistellar Odyssey Pro: welches wählen?

Nehmen Sie das Unistellar Odyssey für 2.399 €: das Unistellar Odyssey Pro für 4.199 € ist bis auf ein Zubehörteil exakt dasselbe Teleskop. Derselbe Spiegel mit 85 mm, dieselben 320 mm Brennweite bei f/3,9, dieselbe Montierung, dieselbe Laufzeit, derselbe Speicher, dasselbe Gewicht. Die 1.800 € Aufpreis finanzieren genau eine Sache: das gemeinsam mit Nikon entwickelte Micro-OLED-Okular. Das ist teuer für ein Zubehörteil, und das gehört offen gesagt.

Das Urteil in 20 Sekunden

Nehmen Sie das Odyssey, wenn Sie fotografieren. Sie erhalten dieselbe Optik, dieselbe azimutale GoTo-Montierung mit Einzelarm, dieselben 5 h Laufzeit, dieselben 64 GB und dasselbe 6,5-kg-Paket samt Stativ, und das für 1.800 € weniger. Auf dem Display Ihres Smartphones oder Tablets entstehen die Bilder beider Geräte in derselben optischen Kette.

Nehmen Sie das Odyssey Pro nur, wenn Ihnen das Auge am Okular wirklich etwas bedeutet. Es ist das einzige smarte Teleskop seiner Generation mit einem echten Okular, einem Micro-OLED von Nikon, und dieses Gefühl direkter Beobachtung ersetzt kein Bildschirm. Aber es ist auch das Einzige, was Sie dafür kaufen. Wer die Frage breiter stellt, welches smarte Teleskop kaufen sinnvoll ist, findet die übrigen Duelle im Vergleichs-Hub.

Die Daten nebeneinander

Kriterium Unistellar Odyssey Unistellar Odyssey Pro
Richtpreis 2.399 € (2.599 $) 4.199 € (4.599 $)
Öffnung 85 mm 85 mm
Brennweite 320 mm 320 mm
Öffnungsverhältnis f/3,9 f/3,9
Sensor Sony IMX415 (von Unistellar nicht bestätigt) Sony IMX415 (von Unistellar nicht bestätigt)
Auflösung 3,4 Mpx 4,1 Mpx in der Ausgabe
Bildfeld 0,56° × 0,75° 0,56° × 0,75°
Okular Nein, nur Bildschirm Ja, Micro-OLED von Nikon
Montierung Azimutal, motorisiert Azimutal, motorisiert
Äquatorialmodus Nein, azimutal Nein, azimutal
Integrierte Filter Nein, Softwareverarbeitung Deep Dark Nein, Softwareverarbeitung Deep Dark
Mosaik Nein Nein
Akkulaufzeit 5 h 5 h
Speicher 64 GB (eMMC) 64 GB (eMMC)
Gewicht 4 kg (6,5 kg mit Stativ) 4 kg (6,5 kg mit Stativ)

Was sie wirklich unterscheidet

Optik und Lichtsammelvermögen

Zeile für Zeile übernimmt das Datenblatt des Odyssey Pro jenes des Odyssey: Spiegel mit 85 mm, 320 mm Brennweite, f/3,9, motorisierte azimutale GoTo-Montierung mit Einzelarm, eigenes WLAN, USB-C und USB-A, App für iOS und Android. Keines der beiden sammelt ein Photon mehr als das andere, und 85 mm bleiben 85 mm: bei 4.199 € rechtfertigt die Optik allein den Preis des Pro nicht. Sieger in dieser Kategorie: niemand, der Gleichstand ist vollständig.

Das Micro-OLED-Okular von Nikon

Das ist der einzige reale Unterschied, und er ist vollständig: das Pro ist das einzige smarte Teleskop seiner Generation mit einem echten Okular, gemeinsam mit Nikon entwickelt. Man legt das Auge an und sieht das verarbeitete Bild in Echtzeit, mit einem Beobachtungsgefühl, das kein Display nachbildet. Achten Sie allerdings darauf, was es genau tut: es gibt das Bild des Sensors wieder, ohne es optisch zu vergrößern, es liefert also weder zusätzliches Detail noch zusätzliche Grenzgröße. Sieger in dieser Kategorie, per Definition: das Odyssey Pro.

Sensor, Auflösung und Bildfeld

Beide tragen denselben Sensor, einen Sony IMX415, den der Hersteller nie bestätigt hat, und dasselbe fest stehende Bildfeld von 0,56° × 0,75°. Die veröffentlichten Zahlen weichen leicht ab, 3,4 Mpx beim Odyssey und 4,1 Mpx in der Ausgabe beim Pro, und um diesen Punkt liegt eine Unschärfe: eine Quelle nennt 8 Mpx nativ am Sensor vor dem Beschnitt, während bei Ihnen tatsächlich rund 4 Mpx ankommen. In beiden Fällen ist der Sensor nicht austauschbar, ein späteres Aufrüsten ist ausgeschlossen. Sieger in dieser Kategorie: das Odyssey Pro auf dem Papier, doch der Abstand ist zu gering, um die Entscheidung zu tragen.

Was die 1.800 € real kosten

Rechnen wir es ohne Umschweife: 1.800 € für ein Okular, also 75 % des kompletten Preises eines Odyssey. Ein Abonnement verlangt keines von beiden, integrierte Filter hat ebenfalls keines, die Behandlung der Lichtverschmutzung läuft über die Software Deep Dark. Dieselben Kritikpunkte gelten für beide: eine bisweilen launische App, die Kaltstarts verlangt, hohe Empfindlichkeit gegenüber Vibrationen im Enhanced-Modus, kein Mosaik. Wenn Sie das Okular wirklich reizt, beachten Sie, dass auch das Unistellar eVscope 2 für 4.699 € eines bietet, dazu 114 mm Öffnung und 7,7 Mpx: 500 € mehr für einen echten optischen Gewinn, wie der Vergleich eVscope 2 gegen Odyssey Pro zeigt. Sieger in dieser Kategorie: das Odyssey, ohne Zögern.

Welches Modell für welchen Zweck

Für den Einstieg

Das Odyssey. Beide werden exakt gleich bedient, ohne Einnorden und ohne Justage, und ein Einsteiger hat keinen Grund, 4.199 € für ein Beobachtungserlebnis zu zahlen, dessen Wert er noch gar nicht einschätzen kann. Urteil: Odyssey.

Für die Beobachtung mit dem Auge statt am Bildschirm

Das Odyssey Pro, dafür existiert es. Fragen Sie sich nur, ob Ihnen dieses Gefühl 1.800 € wert ist, im Wissen, dass im Okular das Bild des Sensors erscheint und nicht mehr. Urteil: Odyssey Pro.

Für kleine Objekte und Galaxien

Perfekter Gleichstand, und das Duo schlägt sich hier ordentlich: 320 mm Brennweite auf einem Bildfeld von 0,56° × 0,75° konzentrieren die Auflösung auf planetarische Nebel, Kugelsternhaufen und kompakte Galaxien. Urteil: unentschieden, das Odyssey gewinnt über den Preis.

Für große Nebel

Weder noch. Dafür müssen Sie zum Vaonis Vespera III für 2.490 € greifen, das 2,5° × 1,4° mit 8,3 Mpx abdeckt — allerdings ohne veröffentlichten unabhängigen Test —, oder zu unserer Auswahl für Deep Sky. Urteil: keines von beiden.

Für unterwegs

Erneut Gleichstand: 4 kg für den Tubus, 2,5 kg für das Stativ, also 6,5 kg im Ganzen in beiden Fällen — eines der am leichtesten zu transportierenden Pakete in dieser Preisklasse. Urteil: Odyssey.

Häufige Fragen

Sieht das Odyssey Pro weiter als das Odyssey?

Nein. Das Okular gibt das Bild des Sensors wieder, ohne es optisch zu vergrößern, es bringt weder zusätzliche Grenzgröße noch zusätzliches Detail. Die Öffnung von 85 mm ist auf beiden Seiten identisch.

Sind die 1.800 € Aufpreis gerechtfertigt?

Nur dann, wenn Ihnen die Beobachtung mit dem Auge etwas bedeutet. Für eine rein fotografische Nutzung liefert das Odyssey dasselbe Ergebnis, mit derselben Optik und derselben Verarbeitungskette.

Welcher Sensor steckt tatsächlich in diesen Teleskopen?

Ein Sony IMX415 nach den verfügbaren Quellen, offiziell bestätigt hat Unistellar das jedoch nie. Der Sensor ist bei beiden nicht austauschbar.

Ist ein Abonnement nötig?

Nein. Sämtliche Funktionen der Unistellar-App sind bei beiden Modellen im Kaufpreis enthalten.

Lassen sich Mosaike aufnehmen?

Nein, weder mit dem Odyssey noch mit dem Odyssey Pro. Für den Vergleich mit Geräten, die zusammensetzen können, sehen Sie sich Celestron Origin gegen Odyssey Pro an.

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