Das Vespera Pro ist das Smart-Teleskop, das Vaonis 2024 für 2.790 € auf den Markt brachte: apochromatisches Quadruplet mit 50 mm Öffnung, 250 mm Brennweite bei f/5 und ein 12,5-MP-Farbsensor Sony IMX676. Eines vorweg: Das ist nicht das Vespera Pro 2. Es handelt sich um zwei verschiedene Geräte, und viele Leser landen derzeit auf der falschen Seite. Das Pro der ersten Generation läuft aus und ist beim Hersteller nicht mehr lieferbar.
Das Fazit in drei Zeilen
2024 war das Vespera Pro das erste Vaonis, das den kleinen Sensoren entkam: 12,5 MP auf einem quadratischen 1/1,6″-Chip statt 8,3 MP bei den früheren Modellen der Reihe. Die Optik ist ein apochromatisches Quadruplet mit 50 mm Öffnung und 250 mm Brennweite, also f/5, auf azimutaler Montierung, dazu 11 h angegebene Laufzeit und 225 GB interner Speicher.
Das Problem ist nicht technischer, sondern kommerzieller Natur: Vaonis hat das Modell auf Auslauf gesetzt, beim Hersteller ist es vergriffen. Wer nicht gerade auf einen stark reduzierten Restposten oder ein junges Gebrauchtgerät stößt, sollte sich nicht mehr fragen „soll ich es kaufen?“, sondern „schaue ich überhaupt auf das richtige Teleskop?“. Meistens lautet die Antwort nein.
Das Vespera Pro passt zu Ihnen, wenn…
Sie ein Neugerät im Abverkauf oder ein junges Gebrauchtgerät deutlich unter dem ursprünglichen Preis von 2.790 € finden. Dann bleibt der Reiz real: Der IMX676-Sensor und die 250-mm-Optik sind genau die Zutaten, die den Ruf der oberen Vaonis-Reihe begründen, und der Mosaikmodus erweitert den Bildausschnitt weit über die 1,6° × 1,6° einer Einzelaufnahme hinaus.
Sie wollen ein wirklich transportables Gerät und akzeptieren seine Arbeitsweise: kein Okular, kein direkter Blick, alles läuft über die kostenlose Singularity-App ohne Abo. Das Stativ liegt bei, Stromversorgung und Datenübertragung laufen über USB-C, und das WLAN arbeitet sowohl im 2,4- als auch im 5-GHz-Band.
Sie fotografieren vor allem Deep Sky von einem festen Standort und brauchen keine äquatoriale Nachführung. Das Vespera Pro hat keinen EQ-Modus, und das stört Sie nicht, weil Sie kurze Einzelbilder stacken statt lange Einzelbelichtungen zu suchen.
Finger weg, wenn…
Sie neu zum Listenpreis kaufen. 2.790 € für ein Auslaufmodell zu zahlen, während die Folgegeneration im Katalog steht, ergibt ohne sehr hohen Rabatt keinen Sinn.
Sie auf langfristigen Kundendienst setzen. Das Vespera Pro hat 3 Jahre Garantie, das Vespera Pro 2 dagegen 5 Jahre, und ein eingestelltes Produkt ist immer eine Wette auf die künftige Ersatzteilversorgung.
Sie in feuchtem Klima beobachten, ohne das eingeplant zu haben: Bei diesem Modell gibt es keine serienmäßige Taubeschlagheizung. Das ist einer der handfestesten Unterschiede zur Folgegeneration und der, der sich draußen am schnellsten rächt, denn eine beschlagene Frontlinse beendet die Session.
Sie zielen auf Planeten. Mit 250 mm Brennweite und 50 mm Öffnung ist das nicht die Bestimmung des Geräts, und kein Smart-Teleskop dieser Klasse ist es.
Was es draußen wirklich leistet
Deep Sky
Dafür wurde das Gerät gebaut. Das Feld von 1,6° × 1,6° fasst große Nebel und offene Sternhaufen bequem, und der quadratische Sensor erspart die Wahl zwischen Hoch- und Querformat: Sie beschneiden hinterher in jede Richtung, ohne Auflösung zu verlieren. Die 12,5 MP lassen Spielraum, um auf ein kleineres Objekt zu croppen.
Es ist kein Filter integriert. Vaonis bietet drei optionale Filter an, zum Marktstart im Katalog: Dual Band für 399 €, Light Pollution für 229 € und Solar für 179 €. Unter stadtnahem Himmel ist der Dual Band keine Spielerei, sondern der Unterschied zwischen einem brauchbaren Emissionsnebel und einem milchigen Hintergrund. Diese Kosten gehören ins reale Budget.
Mond und Sonne
Der Mond passt mit reichlich Luft ins Feld und das Gerät schlägt sich ordentlich, ohne ein spezialisiertes Mondteleskop zu sein: 250 mm Brennweite lassen eine kleine Mondscheibe im Bild, die man beschneiden wird. Für die Sonne ist der optionale Solarfilter zwingend – ohne ihn ist keine Sonnenbeobachtung möglich und schon gar nicht sicher.
Planeten
Der Kompromiss ist derselbe wie bei allen kurzbrennweitigen Smart-Teleskopen: Jupiter und Saturn erscheinen, ihre Hauptstrukturen lassen sich im gestackten Bild erahnen, aber von dem, was ein 1.500-mm-Maksutov liefert, ist man weit entfernt. Wenn Planeten Ihre Priorität sind, ist das nicht die richtige Gerätefamilie.
Mosaik: eine Herstellerangabe mit Vorbehalt
Der Mosaikmodus setzt mehrere Kacheln zu einem deutlich größeren Feld zusammen, als eine Einzelaufnahme abdeckt. Vaonis gibt 4,18° × 2,45° an, und diesen Wert veröffentlichen wir in der Datentabelle. Wir kennzeichnen ihn allerdings als strittig: Andere Quellen, darunter der Händler B&H, haben für denselben Modus abweichende Werte verbreitet. Eine unabhängige Messung, die das klären würde, haben wir nicht gefunden – und wir sagen das lieber, als eine Zahl als gesichert auszugeben.
Der Preis des Mosaikmodus bleibt in jedem Fall derselbe: Mehrere Kacheln bedeuten eine längere Session und eine stärkere Abhängigkeit von der Nachführqualität über die gesamte Dauer.
Gewicht und Transport
Vaonis nennt 5 kg, sagt aber nicht, ob diese Angabe das Stativ einschließt oder nur den Tubus meint. Diese Unschärfe ist real, und wir füllen sie nicht auf: Je nach Lesart kann das, was man tatsächlich trägt, spürbar abweichen. Wenn das Packgewicht für Sie ausschlaggebend ist, lassen Sie es sich vor dem Kauf vom Händler bestätigen. Dieses Modell kommt mit Aluminiumstativ, während das Vespera Pro 2 ein Karbonstativ mitbringt – und Aluminium wiegt bei gleichem Volumen mehr.
Stärken
- 12,5-MP-Farbsensor Sony IMX676 im quadratischen 1/1,6″-Format: freier Beschnitt in jeder Ausrichtung.
- Apochromatische Quadruplet-Optik mit 50 mm Öffnung und 250 mm Brennweite, f/5.
- Angegebene Laufzeit von 11 h: eine ganze Nacht, auch im Winter.
- 225 GB interner Speicher, genug für mehrere Touren ohne Zwischensicherung.
- Kein Abo: Die Singularity-App ist kostenlos, alle Funktionen inklusive.
- Stativ im Lieferumfang, WLAN mit 2,4 und 5 GHz, USB-C.
- Gebraucht oder im Abverkauf kann das Preis-Leistungs-Verhältnis ausgezeichnet werden.
Schwächen
- Auslaufmodell und beim Hersteller vergriffen: Die Neuverfügbarkeit ist sehr unsicher.
- Keine serienmäßige Taubeschlagheizung, anders als beim Vespera Pro 2.
- Nur 3 Jahre Garantie gegenüber 5 Jahren bei der Folgegeneration.
- Aluminiumstativ statt Karbon.
- Keine integrierten Filter: Dual Band, Light Pollution und Solar kosten extra.
- Kein äquatorialer Modus.
- Weder Okular noch direkter Blick: Alles läuft über den Bildschirm.
- Mosaikfeld zwischen den Quellen strittig, und 5 kg, deren Bezug Vaonis nie präzisiert.
- Kein vom Hersteller veröffentlichter Dollarpreis.
Vespera Pro oder Vespera Pro 2: nicht das falsche Gerät kaufen
Das ist der eigentliche Zweck dieser Seite. Die beiden Modelle tragen fast identische Namen, teilen denselben Sensor, dieselbe angegebene Laufzeit und denselben Speicher – und viele Leser vergleichen am Ende unbemerkt ein Gerät mit sich selbst. Das sind die tatsächlichen Unterschiede.
Die vier Unterschiede, auf die es ankommt
Die Optik. Das Vespera Pro ist ein 250 mm bei f/5. Das Vespera Pro 2 ist ein 245 mm bei f/4,9. Der Abstand ist gering und im Bild praktisch nicht zu sehen: Er sollte Ihre Wahl nicht bestimmen, ist aber der zuverlässigste Weg, um zu erkennen, welche der beiden Seiten Sie gerade lesen.
Das Stativ. Aluminium beim Pro, Karbon beim Pro 2. Leichter und steifer beim zweiten, was zählt, wenn man das Ganze zu Fuß trägt.
Die Garantie. Drei Jahre beim Pro, fünf beim Pro 2. Bei einem motorisierten Elektronikgerät dieser Preisklasse sind zwei Jahre Unterschied keine Nebensache.
Der Umgang mit Tau. Das Pro hat keine serienmäßige Taubeschlagheizung. Das ist im Gebrauch wohl der spürbarste Unterschied und der, der am häufigsten darüber entscheidet, ob Ihre Nacht um 2 Uhr endet oder erst im Morgengrauen.
Welches passt in welcher Situation
Sie kaufen neu zum ausgewiesenen Preis: Nehmen Sie das Vespera Pro 2. Das Pro der ersten Generation ist eingestellt und auf Dauer schwerer zu vertreten, und der Listenpreisunterschied von 2.790 € zu 2.990 € wiegt weder die zwei zusätzlichen Garantiejahre noch das Karbonstativ noch die Taubeschlagheizung auf.
Sie finden ein Vespera Pro gebraucht oder im Abverkauf zu deutlich reduziertem Preis: Das ist ein gut vertretbarer Kauf, sofern Sie die kürzere Garantie akzeptieren und eine eigene Lösung gegen Taubeschlag einplanen. Optik und Sensor werden Sie nicht enttäuschen.
Sie sind sich nicht sicher, was Sie vor sich haben: Prüfen Sie Brennweite und Öffnungsverhältnis in der Händlerbeschreibung. 250 mm und f/5 heißt Pro. 245 mm und f/4,9 heißt Pro 2. Das Karbonstativ ist der zweitsicherste Hinweis.
Alternativen nach Budget
Wenn Ihr Budget deutlich niedriger liegt, bieten Seestar S50 und Seestar S30 einen viel günstigeren Einstieg, mit bescheidenerer Optik und Sensorik, dafür sofort einsatzbereit. Das Dwarf 3 besetzt ein vergleichbares Feld mit einem offeneren Ansatz.
Innerhalb der Vaonis-Reihe steht das Vespera III unter dem Pro und ist weiterhin im Katalog, was die Verfügbarkeitsfrage erledigt. Darüber spielen das Odyssey Pro von Unistellar und das Celestron Origin im selben Feld, mit unterschiedlichen Philosophien: elektronisches Okular beim einen, mehr Öffnung beim anderen.
Häufige Fragen
Worin unterscheiden sich Vespera Pro und Vespera Pro 2?
Es sind zwei verschiedene Produkte. Das Pro ist ein 250 mm f/5 mit Aluminiumstativ, 3 Jahren Garantie und ohne serienmäßige Taubeschlagheizung. Das Pro 2 ist ein 245 mm f/4,9 mit Karbonstativ und 5 Jahren Garantie. Sensor, Laufzeit und Speicher sind dagegen auf dem Papier identisch.
Ist das Vespera Pro noch erhältlich?
Bei Vaonis nicht: Das Modell läuft aus und ist beim Hersteller vergriffen. Es bleiben nur Restbestände im Handel und der Gebrauchtmarkt.
Schließen die angegebenen 5 kg das Stativ ein?
Vaonis sagt es nicht. Wir veröffentlichen die Herstellerangabe unverändert, ohne sie zu deuten. Wenn dieser Punkt für Sie entscheidend ist, lassen Sie ihn sich vor dem Kauf vom Händler bestätigen.
Welches Feld deckt der Mosaikmodus tatsächlich ab?
Vaonis gibt 4,18° × 2,45° an, und diesen Wert übernehmen wir. Andere Quellen, darunter B&H, haben abweichende Zahlen veröffentlicht, und wir haben keine unabhängige Messung gefunden, die das klärt. Nehmen Sie den Wert als Herstellerangabe, nicht als geprüfte Größe.
Braucht man ein Abo, um es zu nutzen?
Nein. Die Singularity-App ist kostenlos und gibt alle Funktionen des Geräts frei.
Was kostet es in den USA?
Vaonis hat für dieses Modell nie einen Dollarpreis veröffentlicht. Wir lassen dieses Feld daher leer, statt die 2.790 € in eine Zahl umzurechnen, die keinerlei offiziellen Wert hätte.
| Optiktyp | Apochromatisches Quadruplet |
| Öffnung | 50 mm |
| Brennweite | 250 mm |
| Öffnungsverhältnis | f/5 |
| Sensor | Sony IMX676 Farbe 1/1,6" |
| Auflösung | 12,5 Mpx |
| Sichtfeld | 1,6° × 1,6° |
| Montierung | Azimutale Montierung |
| Akkulaufzeit | 11 h |
| Speicher | 225 GB |
| Gewicht | 5 kg |
| Richtpreis | 2 € |
| Mosaik-Bildfeld | 4,18° × 2,45° |
| Äquatorialmodus | Nein |
| Integrierte Filter | Keine (optionale Vaonis-Filter: Dual Band 399 €, Light Pollution 229 €, Solar 179 €) |
| Mosaik | Ja |
| Stativ enthalten | Ja |
| Abo erforderlich | Nein – kostenlose Singularity-App |
| Konnektivität | Wi-Fi 2,4 und 5 GHz, USB-C |
| Markteinführung | 2024 |
| Verfügbarkeit | Auslaufmodell – beim Hersteller vergriffen |
| Richtpreis (US) | $Nicht veröffentlicht |
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