Das DwarfLab DWARF II ist ein smartes Teleskop mit zwei Optiken, Anfang 2023 nach einer Kickstarter-Kampagne von 2021-2022 zum Einführungspreis von 300 $ auf den Markt gebracht. Heute ist es eingestellt und beim Hersteller ausverkauft. Wichtiger Hinweis vor jedem Blick auf die Tabelle: DwarfLab hat das technische Datenblatt dieses Modells entfernt. Nur die Funktionen (Äquatorialmodus, interne VIS- und Astro-Filter, Panoramamodus, Laufzeit, Konnektivität, Preis in Dollar) stammen vom Hersteller; sämtliche optischen und physischen Zahlenwerte — Öffnung, Brennweiten, Sensor, Auflösung, Gesichtsfeld, Gewicht — stammen aus Drittquellen.
Fazit in drei Zeilen
Das DWARF II bleibt ein sympathisches Gerät: zwei Optiken in einem winzigen Gehäuse, Stativ inklusive, zwei interne, aus der App umschaltbare Filter, ein Äquatorialmodus und ein Panoramamodus von 9 bis 1800 Einzelbildern. Als erster Kontakt mit assistierter Astrofotografie erfüllt es weiterhin seinen Zweck.
In allen messbaren Punkten ist es dem DWARF 3 jedoch unterlegen, und sowohl die Laufzeit von 3 Stunden als auch die Brennweite von 100 mm begrenzen lange Sessions und kleine Objekte. Man kauft es gebraucht für das, was es ist: ein kompaktes, vielseitiges Einsteigergerät, kein Werkzeug zur Bildproduktion.
Woher die Zahlen dieser Seite stammen
DwarfLab hält kein technisches Datenblatt des DWARF II mehr bereit. Wir trennen deshalb zwei Kategorien von Angaben. Die Funktionen — Äquatorialmodus, interne VIS- und Astro-Filter, Panoramamodus, angegebene Laufzeit von 3 Stunden, WLAN 2,4 und 5 GHz, Bluetooth und USB-C, Einführungspreis von 300 $ — sind weiterhin vom Hersteller dokumentiert. Sämtliche optischen und physischen Zahlenwerte der Tabelle oben — Öffnung, Brennweiten, Sensorbezeichnung, Auflösung, Gesichtsfeld, Gewicht — stammen dagegen aus Drittquellen: Fachpresse, Händler und zeitgenössische Dokumentation. Sie sind untereinander stimmig, doch keine aktive Herstellerseite bestätigt sie heute. Zwei Werte verlangen besondere Vorsicht und werden weiter unten erläutert: die Öffnung des Weitwinkels und das Gewicht.
Das DWARF II passt zu Ihnen, wenn…
- Sie ein sehr kompaktes Einsteigergerät samt Stativ suchen, das in den Rucksack passt.
- Sie mehr als Deep Sky machen wollen: Weitwinkel und Panoramamodus taugen auch bei Tag.
- Sie bereits ein DWARF II besitzen und wissen wollen, was es gegenüber dem DWARF 3 noch wert ist.
- Ein knappes Gebrauchtbudget wichtiger ist als die endgültige Bildqualität.
- Sie Äquatorialmodus und umschaltbare Filter testen wollen, ohne in ein DWARF 3 zu investieren.
Nicht geeignet, wenn…
- Sie kleine Objekte anvisieren: 100 mm Brennweite und 3° Gesichtsfeld rahmen sehr weit.
- Sie Sessions über mehrere Stunden fahren: 3 Stunden angegebene Laufzeit, bei Kälte weniger.
- Sie einen Dualband-Filter Hα/OIII wollen: das DWARF II hat nur VIS und Astro.
- Sie es bei Tau draußen lassen wollen: für dieses Modell wurde nie eine Schutzart veröffentlicht.
- Sie bei einem ausverkauften Produkt aktiven Herstellersupport und Garantie brauchen.
Was es im Feld wirklich leistet
Deep Sky
Das Teleobjektiv mit 24 mm Öffnung und 100 mm Brennweite öffnet auf f/4,2 auf einen Sony IMX415 Starvis mit 1/2,8 Zoll und 8 Megapixeln, für ein Gesichtsfeld von rund 3°. Das ist ein weiter Bildausschnitt: große Nebel, offene Sternhaufen, Nebelkomplexe und Milchstraßenfelder kommen gut, Galaxien und kleine planetarische Nebel bleiben winzig im Feld. Der Astro-Filter, aus der App umschaltbar ohne jede Demontage, hilft unter stadtnahem Himmel, der VIS-Filter deckt den Rest ab. Der Äquatorialmodus, in seiner Gerätegeneration selten, verlängert die nutzbaren Belichtungen und begrenzt die Bildfelddrehung.
Mond und Sonne
Der Mond passt bequem in die 3° des Teleobjektivs und kommt sauber heraus. Für die Sonne braucht es einen externen Sonnenfilter: das DWARF II hat keinen integriert und wurde auch ohne ausgeliefert, anders als das DWARF 3. Genau darum geht es bei den weiter unten beschriebenen Händlerpaketen.
Planeten
Wie alle smarten Teleskope mit kurzer Brennweite ist es nicht für Planeten gemacht. 100 mm Brennweite ergeben nur ein winziges Scheibchen: Jupiter und Saturn bleiben erkennbar, nie detailliert.
Weitwinkel und Panoramamodus
Die zweite Optik deckt rund 50° Gesichtsfeld auf einem 2-Megapixel-Sensor bei f/2,4 ab. Sie dient dem Anpeilen, Nachtlandschaften, weiten Konjunktionen und Zeitraffern. Der Panoramamodus setzt 9 bis 1800 Einzelbilder zusammen, was sehr große Mosaike erlaubt: eine der originellsten Funktionen des Geräts, ohne direktes Gegenstück bei der Konkurrenz von 2023. Zu beachten: das zugehörige Mosaikfeld wurde nie in Grad veröffentlicht.
Tag- und Naturbeobachtung
675 mm Kleinbildäquivalent und 8 Megapixel auf einem motorisierten Gehäuse, das in eine Tasche passt: das DWARF II wurde viel für Tierbeobachtung und für die Verfolgung entfernter Motive bei Tageslicht genutzt. Dort bleibt es voll und ganz relevant, und die automatische Nachführung macht den Unterschied.
Stärken
- Zwei Optiken in einem äußerst kompakten Gehäuse, Stativ und 64-GB-microSD-Karte inklusive.
- Zwei interne VIS- und Astro-Filter, aus der App umschaltbar ohne jede Demontage.
- Äquatorialmodus vorhanden, in dieser Preisklasse 2023 selten.
- Panoramamodus von 9 bis 1800 Einzelbildern, bei Markteinführung ohne direktes Gegenstück.
- Kein Abonnement: die DWARFLAB-App ist kostenlos und vollständig.
- Vielseitig bei Tag und Nacht: 675 mm Kleinbildäquivalent für Naturbeobachtung.
Schwächen
- Nur 3 Stunden angegebene Laufzeit.
- 100 mm Brennweite und 3° Gesichtsfeld: weiter Ausschnitt, kleine Objekte unerreichbar.
- 1/2,8-Zoll-Sensor mit 8 Mpx, vom IMX678 des DWARF 3 deutlich überholt.
- Weder Dualband-Filter Hα/OIII noch mitgelieferter Sonnenfilter.
- Eingestellt und ausverkauft: kein Herstellersupport, kein Datenblatt mehr.
- Gewicht und Weitwinkel-Öffnung nie vom Hersteller bestätigt.
Das DWARF II gegenüber dem Rest der Reihe
DWARF II gegen DWARF 3
Das DWARF 3 übernimmt das Prinzip der Doppeloptik und verbessert es überall: 35 mm Öffnung und 150 mm Brennweite gegenüber 24 und 100 mm, Sony IMX678 Starvis 2 mit 8,3 Mpx gegenüber IMX415 mit 8 Mpx, Gesichtsfeld 2,93° × 1,65°, drei umschaltbare Filter darunter ein Dualband Hα/OIII sowie ein mitgelieferter Sonnenfilter, 128 GB interner Speicher statt microSD-Karte, 5,5 Stunden Laufzeit statt 3 und eine IP54-Zertifizierung, die das DWARF II nie beansprucht hat. Der Äquatorialmodus bleibt erhalten, mit Belichtungen bis 60 s. Zwei Wermutstropfen: es kostet rund 549 € und sein Stativ ist nicht enthalten, während das des DWARF II dabei war.
DWARF II gegen DWARF mini
Das DWARF mini ist das Taschenformat der Marke: 30 mm Öffnung, 150 mm Brennweite bei f/5, Sony IMX662 Starvis 2 mit 2,1 Mpx, Gesichtsfeld 2,13° × 1,20°, 64 GB Speicher, 4 Stunden Laufzeit und 840 g auf der Waage, für 419 €. Es rahmt enger und feiner als das DWARF II, bringt einen Dualband- und einen Sonnenfilter mit und erreicht 90 s Belichtung im Äquatorialmodus, löst aber nur 2,1 Mpx auf und wird ohne Stativ geliefert. Ihm gegenüber behält das DWARF II nur seine 8 Mpx, sein lichtstärkeres Weitwinkel und seinen Gebrauchtpreis.
„DWARF II Solar Elite“: ein Bundle, kein Modell
Dieser Name kursiert häufig und hält eine verbreitete Verwechslung am Leben: er bezeichnet kein eigenes Produkt. Das DWARF II Solar Elite ist ein von Explore Scientific geschnürtes Händlerpaket, das ein völlig identisches DWARF II mit zwei Sonnenfiltern kombiniert. Kein Unterschied bei Optik, Sensor, Montierung oder Software. Wer gebraucht darauf stößt, bewertet es als DWARF II zuzüglich des Werts der beiden Filter.
Zu welchem Gebrauchtpreis es sich noch lohnt
Der Hersteller hat nie einen Europreis veröffentlicht: einzige Referenz ist der Einführungspreis von 300 $. Ein gebrauchtes DWARF II lässt sich daher nur an dieser Zahl und an den aktuellen Neupreisen der Reihe messen, 419 € für das DWARF mini und rund 549 € für das DWARF 3. Deutlich unter der Hälfte seines Einführungspreises, vollständig mit Stativ, microSD-Karte und noch gesundem Akku, bleibt es ein vertretbarer Kauf für den Einstieg oder für gemischte Tag- und Nachtnutzung. Darüber wird der Abstand zu einem neuen DWARF 3 zu klein, um ein eingestelltes Gerät ohne Support und ohne Datenblatt zu rechtfertigen. Prüfen Sie unbedingt den Zustand des internen Akkus: er altert am schlechtesten, und die ursprünglich angegebenen 3 Stunden erreicht ein müdes Exemplar nicht mehr.
Häufige Fragen
Ist das Stativ beim DWARF II dabei?
Ja. Anders als beim DWARF 3 und beim DWARF mini wurde das DWARF II mit Stativ ausgeliefert. Das lohnt sich bei einem Gebrauchtangebot zu prüfen, ebenso wie das Vorhandensein der originalen 64-GB-microSD-Karte.
Wie schwer ist das DWARF II wirklich?
Das ist der umstrittenste Punkt seines Datenblatts. Je nach Quelle wird das Gehäuse allein zwischen 1,0 und 1,5 kg angegeben, wobei 1,2 kg am häufigsten auftaucht. In vollständiger Konfiguration, mit Stativ, Filtern und Akku, liegen die Messungen bei rund 2 kg. Keiner dieser Werte ist durch ein Herstellerdatenblatt bestätigt: wir veröffentlichen die Spanne samt Erklärung statt eines einzelnen, als sicher dargestellten Werts.
Wie groß ist die Öffnung des Weitwinkels?
Sie wurde nie in Millimetern veröffentlicht. Dokumentiert ist allein das Öffnungsverhältnis f/2,4. Manche Händlerseiten führen „24 mm f/2,4“ für das Weitwinkel auf: das ist eine fehlerhafte Übernahme der Teleobjektiv-Öffnung, die zwar 24 mm misst, aber auf f/4,2 öffnet. Wir veröffentlichen deshalb nichts außer f/2,4 für diese Optik.
Braucht das DWARF II ein Abonnement?
Nein. Die DWARFLAB-App ist kostenlos und gibt Zugriff auf alle Funktionen, einschließlich Äquatorialmodus, Umschalten der VIS- und Astro-Filter und Panoramamodus.
Ist das „DWARF II Solar Elite“ ein anderes Modell?
Nein. Es ist ein Händlerpaket von Explore Scientific: ein identisches DWARF II mit zwei Sonnenfiltern. Kein Unterschied bei Hardware oder Software gegenüber einem Standard-DWARF II.
Kann man ein DWARF II noch neu kaufen?
Nein. Das Produkt ist eingestellt und beim Hersteller ausverkauft, sein Datenblatt wurde von der Website entfernt. Der Gebrauchtmarkt ist der einzige Weg, was auch erklärt, warum die optischen und physischen Zahlenwerte dieser Seite auf Drittquellen beruhen.
| Optiktyp | Doppeloptik mit Linsen: Teleobjektiv + Weitwinkel |
| Öffnung | 24 (Teleobjektiv); Weitwinkel nicht veröffentlicht |
| Brennweite | 100 (Teleobjektiv, 675 mm Kleinbildäquivalent); Weitwinkel 48 mm äquivalent, reale Brennweite nicht veröffentlicht |
| Öffnungsverhältnis | f/4,2 (Teleobjektiv); f/2,4 (Weitwinkel) |
| Sensor | Sony IMX415 Starvis 1/2,8" (Teleobjektiv) |
| Auflösung | 8 (Teleobjektiv); 2 (Weitwinkel) |
| Sichtfeld | 3° (Teleobjektiv); 50° (Weitwinkel) |
| Montierung | Motorisierte azimutale GoTo-Montierung |
| Akkulaufzeit | 3 h |
| Speicher | microSD 64 GB mitgeliefert, bis 512 GB |
| Gewicht | 1,0 bis 1,5 je nach Quelle (nur Gehäuse); rund 2 in vollständiger Konfiguration mit Stativ, Filtern und Akku |
| Richtpreis | — |
| Mosaik-Bildfeld | nicht in Grad veröffentlicht; Panoramamodus von 9 bis 1800 Einzelbildern |
| Äquatorialmodus | ja |
| Integrierte Filter | Zwei interne, aus der App umschaltbare Filter: VIS und Astro |
| Mosaik | ja |
| Stativ enthalten | ja |
| Abo erforderlich | Nein — DWARFLAB-App kostenlos |
| Konnektivität | WLAN 2,4 und 5 GHz, Bluetooth, USB-C |
| Markteinführung | Markteinführung Anfang 2023 (Kickstarter-Kampagne 2021-2022) |
| Verfügbarkeit | Eingestellt — beim Hersteller ausverkauft |
| Richtpreis (US) | $300 |
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