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Unistellar eVscope eQuinox vs Unistellar eQuinox 2: welches wählen?

Derselbe 114-mm-Newton, dieselbe Brennweite von 450 mm, dasselbe Prinzip: gar kein Okular, beobachtet wird auf Smartphone oder Tablet. Zwischen dem Unistellar eVscope eQuinox von 2021 und dem Unistellar eQuinox 2 von 2023 entscheidet alles der Sensor und das Bildfeld. Ein Hinweis vorweg, und er ist entscheidend: Unistellar hat das Datenblatt des eQuinox der ersten Generation zurückgezogen. Kein einziger Wert der Spalte „eQuinox (2021)“ stammt vom Hersteller: alle stammen aus der Fachpresse und von Händlern. Diese Seite richtet sich an Besitzer, die über einen Wechsel nachdenken, oder an Käufer vor einem Gebrauchtangebot.

Das Urteil in 20 Sekunden

Der eQuinox ist Unistellars Linie „ohne Okular“: Wo die eVscope-Reihe ein elektronisches Okular auf den Tubus setzt, schickt der eQuinox das Bild auf den Bildschirm eines Telefons oder Tablets. Daher der deutlich niedrigere Preis und der viel höhere Komfort in der Gruppe: Niemand steht am Okular Schlange.

Von einer Generation zur nächsten bewegt sich die Optik nicht: 114 mm, 450 mm, f/4 auf beiden Seiten. Was die zweite Generation bringt, steckt im Sensor — ein Sony IMX347 mit 6,2 MP statt des Sony Exmor IMX224 mit 1,2 MP — und im Bildfeld, das von 27 × 37 Bogenminuten auf 0,57° × 0,76° wächst. Der eQuinox 2 kostet 2.599 € (2.899 $); der ursprüngliche Preis der ersten Generation ist nirgends veröffentlicht, und wir haben keinen geprüften Gebrauchtwert. Die Frage lautet also nicht, welcher besser ist — das ist der eQuinox 2 —, sondern bei welchem Preisabstand der erste noch vertretbar bleibt.

Die Zahlen nebeneinander

Vor der Tabelle zu lesen: Die Spalte „eQuinox (2021)“ ist aus Fachpresse und Händlerangaben rekonstruiert, weil Unistellar zu diesem Modell nichts mehr veröffentlicht. Zwei Werte weichen zwischen den Quellen ab, und wir entscheiden nicht; wo nichts dokumentiert ist, schreiben wir „nicht veröffentlicht“, statt eine Zahl vom eQuinox 2 abzuleiten.

Kriterium Unistellar eVscope eQuinox (2021) Unistellar eQuinox 2
Erscheinungsjahr 2021 Februar 2023
Status Eingestellt Verfügbar
Optische Bauart Newton ohne Okular, Beobachtung per App Newton
Öffnung 114 mm angegeben — 110 mm gemessen laut Astronomy Now 114 mm
Brennweite 450 mm 450 mm
Öffnungsverhältnis f/4 laut Astronomy Now, f/3,9 laut B&H f/4
Sensor Sony Exmor IMX224 Sony IMX347
Auflösung 1,2 MP 6,2 MP
Bildfeld 27 × 37 Bogenminuten 0,57° × 0,76°
Mosaik nicht veröffentlicht Nein
Mosaikfeld nicht veröffentlicht nicht angegeben
Montierung Motorisierte azimutale GoTo-Montierung, Doppelgabel Motorisierte azimutale Montierung
Äquatorialmodus Nein Nein — azimutal
Integrierte Filter nicht veröffentlicht Nein — Softwareverarbeitung Deep Dark
Akkulaufzeit 12 h 11 h
Speicher 64 GB 64 GB (eMMC)
Gewicht 9 kg (mit Stativ) 7 kg (9 kg mit Stativ)
Stativ enthalten Ja Ja
Konnektivität WLAN für bis zu 10 Geräte, GPS, App für iOS und Android WLAN
Abonnement Nein — Unistellar-App kostenlos Nein — alle Funktionen enthalten
Richtpreis nicht veröffentlicht 2.599 € (2.899 $)

Drei Vorbehalte zur linken Spalte. Die Öffnung: 114 mm angegeben, 110 mm von Astronomy Now gemessen. Das Öffnungsverhältnis: f/4 bei Astronomy Now, f/3,9 bei B&H. Wir weisen auf die Abweichung hin, ohne sie zu entscheiden, da kein Herstellerdatenblatt schlichten kann. Und auch die 12 h Laufzeit und die 64 GB Speicher sind Pressezahlen.

Was sie wirklich trennt

Der Sensor: von 1,2 auf 6,2 MP

Das ist der eigentliche Sprung zwischen den Generationen. Der Sony Exmor IMX224 endet bei 1,2 MP, der Sony IMX347 des eQuinox 2 bietet 6,2. Bei einem Gerät, dessen Bild auf einem Display landet, geteilt oder beschnitten wird, ist dieser Faktor fünf sichtbar. Die Optik dagegen ändert sich nicht.

Das Bildfeld: ein größerer Ausschnitt bei gleicher Optik

Die erste Generation deckt 27 × 37 Bogenminuten ab, also rund 0,45° × 0,62°; der eQuinox 2 nennt 0,57° × 0,76°. Da die Brennweite identisch ist, kommt der Gewinn vom Sensor: Der eQuinox 2 fasst schlicht mehr Himmel, was Kompromisse bei offenen Sternhaufen und ausgedehnten Nebeln erspart.

Bildschirm statt Auge, auf beiden Seiten

Keiner von beiden hat ein Okular: Das ist die Definition der eQuinox-Linie und der Grund, warum sie preislich unter der eVscope-Reihe liegt. Beobachtet wird über die Unistellar-App, kostenlos und ohne Abonnement. Die erste Generation dokumentiert ein WLAN, das sich mit bis zu 10 Geräten teilen lässt, dazu GPS sowie iOS- und Android-Apps; das Datenblatt des eQuinox 2 nennt nur „WLAN“, ohne Angabe gleichzeitiger Geräte, und wir übertragen diesen Wert nicht aus der Vorgängergeneration.

Laufzeit und Gewicht: der Vorteil liegt nicht, wo man denkt

Auf dem Papier hält die erste Generation 12 h gegenüber 11 h beim eQuinox 2 — doch diese Zahl von 2021 stammt aus der Presse, nicht von Unistellar, und lässt sich daher schlecht vergleichen. Die 9 kg von 2021 gelten mit Stativ, also genau die 9 kg mit Stativ des eQuinox 2; für den Tubus allein mit 7 kg gibt es für 2021 keinen veröffentlichten Gegenwert.

Was wir über den eQuinox von 2021 nicht wissen

Integrierte Filter, Mosaikfunktion, Mosaikfeld, ursprünglicher Preis: nichts davon ist veröffentlicht, weder von Unistellar noch von einer verlässlichen Drittquelle, und wir leiten es nicht vom eQuinox 2 ab (der kein Mosaik beherrscht und Lichtverschmutzung per Software behandelt, Deep Dark). Vor einem Gebrauchtkauf wiegen diese Lücken so schwer wie die Zahlen.

Welches Modell für welchen Einsatz

Sie besitzen bereits einen eQuinox von 2021

Wechseln Sie, wenn die Bildauflösung Ihr tägliches Ärgernis ist, und nur dafür: Der Umstieg auf den eQuinox 2 kostet 2.599 € und bringt weder mehr Öffnung noch mehr Laufzeit noch einen Äquatorialmodus. Dient das Gerät vor allem dazu, abends anderen den Himmel zu zeigen, fällt der Gewinn dezenter aus als die Rechnung.

Sie stehen vor einem Gebrauchtangebot

Wir haben keinen geprüften Gebrauchtwert und werden keinen erfinden. Die Überlegung bleibt relativ: Der Abschlag muss einen Sensor mit 1,2 MP, ein engeres Bildfeld und ein eingestelltes Gerät abdecken, ohne Herstellerdatenblatt und ohne Garantie, dessen tatsächliche Öffnung und Öffnungsverhältnis zwischen Quellen strittig sind. Nähert sich der Preis den 2.599 € des eQuinox 2, lassen Sie es; liegt er deutlich unter der Hälfte, wird die erste Generation wieder vertretbar: gleicher Durchmesser, gleiche GoTo-Montierung, gleiche App, kein Abonnement.

Zum Beobachten in der Gruppe

Das ist der Daseinszweck der Reihe: Jeder schaut auf den eigenen Bildschirm, statt ein Okular herumzureichen, und die erste Generation dokumentiert das Teilen mit bis zu 10 Geräten. Ein funktionierender eQuinox von 2021 leistet das bereits, zu deutlich geringeren Kosten.

Zum Fotografieren und Teilen

Klarer Vorteil für den eQuinox 2: 6,2 MP gegen 1,2 MP und ein größeres Bildfeld bei gleicher Optik. Zählt das Endbild mehr als die Beobachtungsnacht selbst, lässt sich der Preisunterschied hier am besten rechtfertigen.

Für Citizen Science

Beide stützen sich auf die Unistellar-App, ohne Abonnement, und die erste Generation bleibt nutzbar. Zu der Frage, wie lange ein eingestelltes Modell Softwareunterstützung erhält, haben wir keine gesicherten Informationen — ein Risiko, das man beim Gebrauchtkauf einkalkulieren muss.

Häufige Fragen

Warum die Betonung der Datenherkunft beim eQuinox von 2021?

Weil Unistellar das Datenblatt dieses Modells zurückgezogen hat: Kein Wert der Spalte 2021 ist vom Hersteller bestätigt, alle stammen aus der Fachpresse und von Händlern. Beim Gebrauchtkauf ist das eine Information erster Ordnung, und sie erklärt, warum manche Zeilen leer bleiben.

Hat der eQuinox von 2021 wirklich 114 mm Öffnung?

Das ist der angegebene Wert, doch Astronomy Now hat 110 mm gemessen. Ohne Herstellerdatenblatt veröffentlichen wir beide Werte. Gleiches gilt für das Öffnungsverhältnis: f/4 laut Astronomy Now, f/3,9 laut B&H.

Worin liegt der Unterschied zur eVscope-Reihe?

Der eQuinox hat kein elektronisches Okular: Beobachtet wird ausschließlich auf dem Bildschirm. Das macht ihn günstiger als den eVscope 2 und praktischer in der Gruppe, weil jeder seine eigene Anzeige hat. Die übrigen Abwägungen stehen in allen Vergleichen.

Beherrscht der eQuinox 2 äquatoriale Nachführung oder Mosaike?

Beides nein: Die Montierung ist azimutal, und Mosaik wird nicht unterstützt. Bei der Generation von 2021 fehlt der Äquatorialmodus ebenfalls, und Mosaik ist nicht dokumentiert.

Ist ein Abonnement nötig?

Nein, bei beiden Generationen: Die Unistellar-App ist kostenlos, und beim eQuinox 2 sind alle Funktionen im Kaufpreis enthalten.

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